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Die Ordnung des Himmels: Eine Geschichte der Religionen von der Steinzeit bis heute
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Titel:      Die Ordnung des Himmels: Eine Geschichte der Religionen von der Steinzeit bis heute
Kategorien:      Sachbuch
BuchID:      11068
Autor:      Bernhard Maier
ISBN-10(13):      3406720129
Verlag:      C.H.Beck
Publikationsdatum:      2018-02-15
Edition:      1
Number of pages:      576
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3 
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Beschreibung:      Product Description
mit 50 Abbildungen Festeinband 21.7 cm x 13.9 cm, 908 g München 576 Seiten [Neuwertig und ungelesen, als Geschenk geeignet ]
   
 

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Rezensionen
20.03.2018
Religion ohne Hingabe

20.03.2018 Bewertung:  3 ragantanger vergibt 6 von 10 Punkten

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Zusammengefasst lässt sich sagen: sehr solide, aber auch sehr schade. Solide deswegen, weil Professor Bernhard Maier einen gewaltigen, sehr gut lesbaren und sachlichen Überblick über die Religionsgeschichte der letzten dreitausend Jahre wiedergibt. Und zwar so, wie er es sich früher (und viele andere auch) gewünscht hätten: nämlich universal, und nicht mehr eurozentrsitisch; oder in diesem Fall: nicht mehr ausschließlich aufs Christentum ausgerichtet. Die Abfolge der Nacherzählung ist bisweilen etwas sprunghaft, aber schön partitioniert, daher sehr verständlich und an allen modernen Standards der Geisteswissenschaft angelegt.

Was ist schade? Vor allen Dingen, dass Professor Maier selbst entweder unreligiös oder aber zumindest mal unempathisch ist. Zunächst fehlt, völlig erstaunlich, eine Einführung, in der der Begriff Religion zumindest mal etymologisch, vor allen Dingen aber auch psychologisch untersucht wird. Genau deshalb bleibt die wahre religio (Rückbesinnung) auf der Strecke. Der Autor geht, warum auch immer, davon aus, dass Religion so verstanden wird, wie in den letzten 1500 Jahren: nämlich am Himmel, mit Göttern und mit Begriffen wie Schuld und Sühne. Das ist dann eben doch sehr christlich und fernab jeder Universalgeschichte. Noch fataler sind die antiquierten anthropologischen Auffassungen. Erschreckend, wie er Tieren nach wie vor jegliches Bewusstsein abspricht und deren vermeintlich religiöses Bewusstsein, das zahlreiche andere Wissenschaftler zumindest sehr naheliegend postulieren, mit plumpen autoritären Nichtigkeiten abspricht. In die gleiche Kerbe schlägt er mit seiner Behauptung, man wisse wenig über den religiösen Charakter prähistorischer Fraunestatuetten, unter anderem der Venus von Willendorf. Das ist grob fahrlässig und zeugt von fehlender religiöser Verbindung zu den eigenen Artgenossen.

Insgesamt also ein zweischneidiges Schwert. Eine gute historische Arbeit mit der Mixtur aus methodischer Kenntnis des 21. Jahrhunderts und eigener Überzeugung des 18. Jahrhunderts (oder wo auch immer diese autoritäre, selbstblinde Herangehensweise verortet werden will) – wer das sucht, ist hier richtig. Religiöse Menschen, die eine Einordnung jenes Sujets in die Weltgeschichte suchen, werden hier aber eher abgeschreckt reagieren.


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