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Die Zarentochter
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Titel:      Die Zarentochter
Kategorien:      Historischer Roman
BuchID:      979
Autor:      Petra Durst-Benning
ISBN-10(13):      3471350276
Verlag:      List Hardcover
Publikationsdatum:      2009-09-01
Edition:      Hardcover
Number of pages:      432
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Aus der Amazon.de-Redaktion
Olga Nikolajewna Romanowa ist ein Trotzkopf. Hartnäckig verweigert sich die Tochter des russischen Zaren Nikolaus I. gegen den Plan ihres Vaters, sich zwecks Verheiratung in die gute Gesellschaft der europäischen Höfe einführen zu lassen. Stattdessen will Olga Nikolajewna Romanowa lieber die Armut ihrer Heimat beseitigen. Aber damit stößt die Zarentochter ebenso auf taube Ohren wie die heiratswilligen Adeligen, mit denen der Zar seine Stellung in Europa stärken will, bei ihr. Erst der einfühlsamen Gouvernante Anna Okulow gelingt es, das Mädchen aus der Reserve zu locken und doch noch zu einer repräsentablen Partie im Herrscherhaus zu machen. Und so wartet auf Olga Nikolajewna Romanowa schließlich in Gestalt des Thronfolgers Karl am Hof König Wilhelms I. von Württemberg endlich das Glück...

Die Zarentochter aus der Feder der Bestsellerautorin Petra Durst-Benning hat alles, was – vor allem weibliche – Fans von den Romanen der Schriftstellerin erwarten: einen schmachtvollen Plot, Verwicklungen bei Hofe und vor allem opulent ausgemalte Szenen, in denen das prunkvolle Leben etwa im zaristischen Sankt Petersburg vor dem geistigen Auge der Leserinnen aufersteht. Dass man dabei nicht übermäßig viel geschichtliches Grundwissen mit auf den Weg bekommt – und man vielleicht gern auch noch mehr über die "echte" Olga Nikolajewna Romanowa erfahren hätte –, ist wohl leicht zu verschmerzen.

Alles in allem ist Die Zarentochter gut geschriebene und leicht verdauliche Literatur zum Schwelgen und Mitfiebern. Und mehr kann (und will) man von einem historischen Roman ja eigentlich auch nicht erwarten. -- Isa Gerck

   
 

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Rezensionen
01.10.2009 20.02.2010 31.03.2010 02.04.2010 09.12.2010 25.01.2012
Heiratspolitik am russischen Zarenhof

01.10.2009 Bewertung:  4 silkedb vergibt 8 von 10 Punkten

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Inhalt:
\"Die Zarentochter\" widmet sich dem ersten Lebensdrittel von Olga Nikolajewna Romanowa, Tochter des Zaren Nikolaus I. und seiner Frau Alexandra. Von Kindheit an wurde Olga, im Familienkreis Olly genannt, dazu erzogen einmal einen Herrscher zu heiraten und an seiner Seite zum Wohle Russland beizutragen. Als drittes von sieben Kindern hatte sie ebenso wie ihre Geschwister eine eigene Erzieherin und glänzte schon von Kindheit an mit ihrer Auffassungsgabe und ihrem Lerneifer. Ihr Ziel ist es jedoch nicht nur zu repräsentieren, sondern aktiv für die Verbesserung der Lebensumstände der Armen und Kranken einzutreten. Überzeugt davon, dass ihr nur eine lukrative Heirat dies ermöglichen wird, begibt sich Olly auf die Suche nach einem geeigneten Kandidaten, was sich als gar nicht so einfach erweist, wenn man die Tochter des Zaren von Russland ist ...


Meine Meinung:
\"Die Zarentochter\" von Petra Durst-Benning hat mir gut gefallen.
Allzu viel Anspruch darf man hier jedoch nicht erwarten. Die Geschichte plätschert vor sich hin und obwohl historische Tatsachen das Gerüst bilden, ist dies doch vor allem ein echter Schmachtfetzen. Die Geschichte der Zarentochter Olga und ihrer Geschwister bietet so manchen Einblick in das Leben im aristokratischen St. Petersburg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Probleme den richtigen Ehepartner zu finden, die gesundheitlichen Gefahren der Zeit und die Einsamkeit die ein goldener Käfig mit sich bringen kann, hat die Autorin gut übermittelt. Politik wird am Rande erwähnt, das einfache Volk in Nebensätzen abgespeist. Auch wenn Olga anders als die übrigen Familienmitglieder durchaus am Wohl der Armen und Kranken gelegen ist, so mangelt es ihr doch einfach an Gelegenheiten den Kontakt zu suchen.
Größtenteils widmet sich \"Die Zarentochter\" Olgas Gefühlsleben, ihrer Verliebtheit, ihren Enttäuschungen und ihrer Position innerhalb der Familie. Dankbar bin ich der Autorin für das Nachwort, da ich einige Sachen wie beispielsweise die Kosenamen innerhalb der Zarenfamilie sonst als unnötige Freiheit der Autorin abgetan hätte. Scheinbar entspringen diese Angaben jedoch der Biographie der Zarentochter Olga, was ich für eine wichtige Information halte.
Zu dem etwas schmalzigen Ersteindruck trägt leider auch das Titelcover in lila und der Bucheinband in rosa bei. Damit bekommt das Buch bei mir schon direkt in der Buchhandlung einen Stempel aufgedrückt, der männliche Leser abschrecken wird. Da es sich um ein Buch handelt, das auf historischen Tatsachen beruht, wäre das meiner Meinung nach nicht nötig gewesen. Angekündigt wird zum Ende des Romans auch bereits der Nachfolgeband. Gespannt bin ich auf dieses Buch jetzt schon, da es sich sicherlich dem meiner Meinung nach interessanten Teil in der Biographie der Zarentochter Olga widmen wird, ihrem Werdegang zur sozialen Patronin Württembergs.


Fazit:
Informativ und bewegend, aber ohne viel Tiefgang.


silkedb hat insgesamt 32 Rezensionen angelegt.

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Unterhaltsam, informativ und humorvoll ---> empfehlenswert !

20.02.2010 Bewertung:  4 Nordlicht vergibt 8 von 10 Punkten

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\"Die Zarentochter\" erzählt aus dem Leben der Olga Nikolajewna Romanowa (1822 - 1892) von ihrer frühen Kindheit bis zu ihrer Hochzeit mit Karl von Württemberg und der Übersiedelung nach Stuttgart im Jahre 1846. Olga, genannt Olly, wächst in einer für eine Familie des Hochadels erstaunlich familiären Atmosphäre auf, besonders zu ihren Schwestern Mary und Adini und zu ihrem älteren Bruder Sascha hat sie eine enge Beziehung. Obwohl alle Kinder Gouvernanten/Hauslehrer haben, ist auch der Kontakt zu den Eltern, Zar Nikolaus und Zarin Alexandra regelmäßig gegeben. Olly könnte eigentlich glücklich sein, aber es gibt zwei \"Probleme\" in ihrem Leben: Ihr goldener Käfig und ihre Privilegien erfüllen sie nicht, sie ist sozial engagiert und möchte gern den Ärmsten der Armen helfen. Das ist in ihrer Position gar nicht so einfach, da sie nicht über den nötigen Einfluss verfügt. Als Ehefrau eines Herrschers hätte sie ganz andere Möglichkeiten...und damit ist man schon beim zweiten und beherrschenden Problemfeld angelangt. So liebevoll ihre Eltern auch sind, bestehen sie doch auf standesgemäßen Ehepartnern für ihre Kinder. Liebe spielt eine untergeordnete Rolle, allein das Wohl Russlands ist von Bedeutung. Im Mittelpunkt des Romans steht dabei das sogenannte Heiratskarussell, der Leser erlebt Liebe, Leid und (meist) standesgemäße Eheschließungen im Hause Romanow mit und empfindet unwillkürlich Mitleid mit den Zarenkindern, die bei der Partnerwahl nur eingeschränkte Mitspracherecht haben.

Das Buch ist sehr flüssig und unterhaltsam geschrieben, stellenweise ist es außerdem sehr humorvoll, besonders dann, wenn Olly sich alle Mühe gibt, sich bei einem ihr nicht genehmen möglichen Heiratskandidaten unbeliebt zu machen. Soweit ich es im Internet recherchieren konnte, hat die Autorin sich auch weitgehend an die historischen Fakten gehalten, einige Änderungen ihrerseits werden in den Anmerkungen erläutert. Ein ausführlicheres Nachwort hätte allerdings auch nicht geschadet. Das Buch schließt mit dem Hinweis auf den Folgeband, der von Ollys Leben als Königin Württembergs erzählt und leider erst im September 2010 erscheinen wird. Da ich dieses Buch sehr gern gelesen habe, werde ich mir auch den Folgeband nicht entgehen lassen.


Nordlicht hat insgesamt 44 Rezensionen angelegt.

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Leben am Zarenhof

31.03.2010 Bewertung:  4 Toschi3 vergibt 8 von 10 Punkten

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In schillernden Farben und prächtigen Bildern schildert die Autorin das leben der Zarentochter Olga von er frühen Kindheit bis zu ihrer Hochzeit. Von wunderschönen Momenten in der russischen Natur, der Einführung in die Gesellschaft und rauschenden Ballnächten bis hin zu traurigen Episoden wie Liebeskummer und schweren Verlusten ist alles vorhanden, was man in einer spannenden Geschichte um eine junge Frau lesen möchte. Mit dem flüssigen Schreibstil und den kurzen Kapiteln lässt sich das Buch sehr leicht lesen. Trotz langer Gespräche wird das Buch (fast) nie langatmig. Die genaue Beschreibung der Personen lässt dem Kopfkino freien Lauf. Nein, einen historisch wertvollen Roman mit vielen geschichtlichen Zusammenhängen darf man hier wohl nicht erwarten. Aber Frau Durst-Benning malt ein wundervolles Sittengemälde der russischen Adelsgesellschaft des 19. Jahrhunderts.


Toschi3 hat insgesamt 81 Rezensionen angelegt.

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Jugendjahre einer Großfürstin

02.04.2010 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

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Die Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa, genannt Olly, ist die zweitälteste Tochter des Zaren Nikolaus I. Sie wächst wohlbehütet und fern der Realtität, am prunkvollen Zarenhof auf. Die Nöte des einfachen Volkes werden von ihr ferngehalten. Trotzdem erkennt sie früh, dass dringend etwas für die Bevölkerung getan werden muss. Deshalb wächst in ihr der Entschluss, später einen einflussreichen Mann zu heiraten, um Veränderungen herbeizuführen.

Doch zunächst werden geeignete Ehepartner für den Zarewitsch und Ollys ältere Schwester Mary gesucht. Die beiden werden in den europäischen Königshäuser wie Paradepferde vorgeführt. Doch als der Zar daran denkt Olly zu verheiraten, weist sie mögliche Bewerber ab, denn ihr Herz hat bereits eine unstandesgemäße Wahl getroffen. Da sie jedoch von Kindesbeinen an dazu erzogen wurde, mit einer Eheschließung die Macht Russlands zu stärken, kommt für sie nur ein Ehemann aus den höchsten Kreisen in Frage.

Dieser historische Roman erzählt die wahre Geschichte der Königin von Württemberg und umfasst den Zeitraum von ihrer Kindheit bis zu ihrer Vermählung.

 

Meine Meinung

Ich habe bereits einige Romane von Petra Durst-Benning gelesen. Der gewohnt flüssige Schreibstil zog mich schnell in den Bann der Erzählung und ließ mich so am prunkvollen Leben der Zarenfamilie teilhaben. Die Familienmitglieder des Zarenhaushaltes wirkten auf mich menschlich und lebendig. Die Moralvorstellungen der damaligen Zeit und das strenge höfische Protokoll, wurden in die Erzählung einbezogen und so wirkten die Handlungen der agierenden Personen auf mich sehr glaubhaft. Durch die detaillierten Beschreibungen der eleganten Kleider, Frisuren und der zahlreichen Feste , konnte ich mir die Handlung lebhaft vorstellen.

Mit den im Buch verwendeten Kosenamen der Zarentöchter (Olly, Mary und Adini) konnte ich mich zunächst kaum anfreunden, da sie mir zu unglaubwürdig klangen. Doch in den Anmerkungen der Autorin kann man nachlesen, dass sämtliche Kosenamen der Zarenfamilie,  Olga Nikolajewnas Memoiren entnommen wurden.

An diesem Roman hat mir besonders gut gefallen, dass es ich um die  wahre Geschichte einer historischen Persönlichkeit handelt. Historische Fakten wurden in der Erzählung mit schriftstellerischen Freiheiten vermischt. Einige Beispiele dieser Freiheiten können im Anhang nachgelesen werden.

Für einen historischen Roman, dessen Handlung im damaligen Russland spielt, kamen mir persönlich zu wenig geschichtliche Ereignisse  des Landes und seines Volkes in der Handlung vor. Da jedoch die junge Großfürstin Olly den Mittelpunkt der Geschichte bildete, wurden diese Ereignisse sicher auch von ihr ferngehalten.

Insgesamt gesehen hat mir der historische Roman überraschend gut gefallen. Denn ich hatte befürchtet, dass die Erzählung in einen kitschigen Liebesroman ausarten könnte. Doch zum Glück hält sich dieser Aspekt des Romans im erträglichen Rahmen.

 

 


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.

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Vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan

09.12.2010 Bewertung:  4 antjemue vergibt 8 von 10 Punkten

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Eine ganze Zeit habe ich keine historischen Romane mehr gelesen. In der letzten Zeit entdecke ich sie langsam für mich zurück. Als dann vor nicht allzu langer Zeit auf einer meiner Lieblingsseiten im Netz Vorableseexemplare von dem inzwischen erschienenen Buch „Die russische Herzogin“ ausgeschrieben waren, kam ich nicht umhin, mir die Leseprobe vorzunehmen. Sie sprach mich an. Leider hatte ich nicht das Glück, ein Exemplar zu gewinnen. Doch ich bohrte noch ein bisschen tiefer und entdeckte dabei, dass dieses Buch sogar schon eine Fortsetzung war.

„Die Zarentochter“ von Petra Durst-Benning ist der erste Teil um die Geschichte der russischen Großfürstin Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892) und kürzlich als Taschenbuch erschienen.

Obwohl ich sonst eigentlich ganz bodenständig bin, habe ich eine leichte Schwäche für russische Zaren-Pracht. Vielleicht liegt das daran, dass ich als Kind ein Buch mit russischen Märchen hatte, welches schnell zu meinem Lieblingsbuch avancierte oder dass wir in der Schule zwar viel über die Oktoberrevolution erfuhren, die Zarenfamilie Romanow aber permanent außen vor blieb. Jedenfalls interessierte mich das Buch schon anhand des

Klappentextes:

„Olga Nikolajewna Romanowa (1822-1892) wird als zweite Tochter des russischen Zaren Nikolaus I. geboren. In prächtigen Palästen und Residenzen wird sie zu einer zukünftigen Regentin erzogen.
Das Ziel von Zar Nikolaus ist es, seine Töchter politisch klug zu verheiraten, um die Macht Russlands zu stärken. Doch Olga weiß schon früh, dass der goldene Käfig ihr nicht genug ist. Sie findet ihre große Liebe, die sie nach Stuttgart an den Hof König Wilhelms I. von Württemberg führt, aber das politische Kalkül der Königshäuser nimmt auf Gefühle keine Rücksicht. Ein ergreifender Roman über die Liebe und das Leben – und über eine junge Frau, die allen Widerständen zum Trotz ihr Glück findet.“


Als ich nun kürzlich wieder mal mein „kleines“ Kind zum Zug brachte und dabei ganz zufällig unserer  Bahnhofsbuchhandlung einen Besuch abstattete, landete das Buch auch schon in meinem Bücherregal. Nach mehreren gelesenen Thrillern, war bei mir dringend ein Genrewechsel nötig. So blieb „Die Zarentochter“ auch gar nicht lange im SuB.

Die Geschichte

Dieser Roman erzählt die Geschichte der russischen Zarentochter Olga Nikolajewna Romanowa und späteren Königin von Württemberg, von der Kindheit bis zu ihrer Hochzeit. Großfürstin Olga, von allen nur Olly genannt, wächst wohlbehütet am prunkvollen russischen Zarenhof, als 3. Kind und zweitälteste Tochter, unter 7 Geschwistern auf.

Jedes der Zarenkinder hat eine eigene Erzieherin, unterrichtet werden sie von Privatlehrern. Olly ist ein sehr intelligentes Kind, aber von Natur aus eher schüchtern. So steht sie anfangs sehr oft im Schatten ihrer schönen älteren Schwester Mary, die stets im Mittelpunkt stehen will und ihre Eltern um den Finger wickelt. Manch Angestellter, der Mary doch ein bisschen in ihre Schranken verweisen wollte, musste das leider bereuen.

Von den Sorgen und Nöten des einfachen Volkes fern gehalten, werden auch Freundschaften der Zarenkinder mit Untergebenen von der Zarenfamilie stets schnell und kompromisslos unterbunden. Und doch erkennt gerade Olly sehr früh, dass der Not unter der Bevölkerung entgegen gewirkt werden muss. Mit Hilfe ihrer neuen Zofe arbeitet sie darauf hin, später mal einen reichen und einflussreichen Mann zu heiraten, damit sie den Armen helfen kann.

Zunächst muss jedoch erst einmal ein geeigneter Ehemann für ihre ältere Schwester Mary gefunden werden. So wird diese in die Gesellschaft eingeführt und wie ein Paradepferd den europäischen Königshäusern angepriesen. Der Mann, den Mary dann letztendlich heiratet, ist zwar von Adel, aber keineswegs standesgemäß. Mary hat jedoch, als Lieblingstochter des Zaren, ihren Willen wieder einmal durchgesetzt.

Zarewitsch Sascha, der Erstgeborene und spätere Thronfolger muss sich ebenfalls in das Hochzeitskarussell begeben. Bei ihm ist der Zar jedoch zu keinerlei Kompromissen bereit. Die Hofdame, an die er sein Herz bereits verloren hatte, wird fortgeschickt. Akzeptiert wird nur eine Eheschließung, die die Macht Russlands stärkt. Genau das wird auch Olly erwartet…

Für mich war „Die Zarentochter“ nach der kurzen Begegnung mit der Leseprobe von „Die russische Herzogin“ mein erster Lesekontakt mit der Autorin

Petra Durst-Benning.

Grund genug, um mich auch über die Schreiberin ein bisschen im Netz zu informieren. Die 1965 geborene Baden-Württembergerin lebt mit Mann und Hund südlich von Stuttgart auf dem Land. Sie ist staatlich anerkannte Wirtschaftskorrespondentin und Übersetzerin. Nach ihrer Ausbildung begann sie zunächst mit dem Schreiben von Sachbüchern. 1996 veröffentlichte sie ihren ersten historischen Roman. Mittlerweile sind da noch einige hinzu gekommen. Mehr über die Autorin und ihre Werke kann man auf ihrer Fan-Forum-Seite im Netz unter durst-benning.de nachlesen.

Auch zum Buch gibt es eine eigene Website (die-zarentochter.de). Dort kann man viel über die Recherchen der Autorin und allerlei drum und dran erfahren.

Eindrucksvoll

Mit ihrem flüssigen und sehr detailreichen Schreibstil zog mich die Autorin ganz schnell in ihren Bann. Sie ließ mich am prunkvollen Leben der Zarenfamilie teilhaben und die Protagonisten wirkten auf mich sehr lebendig.  Verwundert hat mich, dass die Zarenkinder ihre Muttersprache russisch erst mühsam erlernen mussten, weil am Hof fast ausschließlich französisch gesprochen wurde. Damit erklärten sich aber auch, die so wenig russisch klingenden Kosenamen der Zarenkinder – wie Mary, Olly und Adini.

Die zahlreichen Bälle und Festivitäten konnte ich mir durch die bildhaften Beschreibungen von der Ausstattung der Säle, bis hin zu Kleidern und Frisuren, bestens vorstellen. Aber auch die Landschaft,  den Winter in St. Petersburg oder die Weißen Nächte – ich kenne sie zwar nur von Bildern und Dokumentationen – waren Kopfkino pur.
Den Anmerkungen der Autorin zum Ende des Romanes konnte ich entnehmen, dass viele der von ihr neu in Worte gefasste Geschehnisse auf wahren Begebenheiten basieren, einige historische Fakten jedoch mit schriftstellerischen Freiheiten vermischt wurden. Letzteres hat die Autorin jedoch so gekonnt hinbekommen, dass es auf mich durchaus real wirkte.

Nicht ganz realistisch wurde die wahre Not unter der Bevölkerung Russlands zu dieser Zeit dargestellt. Es wurde zwar immer wieder von Aufständen gesprochen, die der Zar mit seiner Armee niederschlagen musste. Dies geschah jedoch jeweils nur aus Sicht der Zarenfamilie, die sich meiner Meinung nach, das wirkliche Maß der Zustände, weswegen sich das Volk erhob, überhaupt nicht vorstellen konnte.

Aber darum ging es in dem Roman „Die Zarentochter“ letztendlich ja auch gar nicht. Im Mittelpunkt stand Olly und ihre Entwicklung vom schüchternen, in sich gekehrten Kind zu einer schönen und offenherzigen, intelligenten jungen Frau, mit aller Freude und allem Leid. Und dafür, dass ich mich bei diesem Roman doch bestens unterhalten habe, vergebe ich mit 4 guten Sternen eine positive Wertung.

Die Fortsetzung „Die russische Herzogin“ werde ich in jedem Fall auch lesen. Allerdings warte ich da aus Kostengründen auch auf die Taschenbuchausgabe.

Eine Leseprobe zum vorgestellten Buch findet unter folgendem Link:
http://bilder.buecher.de/zusatz/26/26380/26380653_lese_1.pdf

Ullstein Taschenbuch Verlag 2010
ISBN 978-3-548-28278-7
419 Seiten
Als Taschenbuch für 9,95 € überall im deutschen Buchhandel erhältlich.

Wer natürlich Hardcover bevorzugt, die gebundene Ausgabe, die bereits 2009 bei List erschien, ist für 19,90 € zu haben.


antjemue hat insgesamt 45 Rezensionen angelegt.

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Eine Liebesgeschichte ohne politischen Hintergrund

25.01.2012 Bewertung:  3 killerbiene75 vergibt 6 von 10 Punkten

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Olga, eine Großfürstin lebt mit Ihren Geschwistern in Russland und werden vom Zar und der Zarin (Ihren Eltern) sehr konsequent zu Herrscherinnen herangezogen. Dabei sind sie sehr liebevoll, jedoch ist es keinem der Kinder vergönnt die Liebe ihres Leben zu heiraten, wenn diese nicht einen gewissen Stand haben.


Wertung
Wer etwas mehr über den historische Hintergrund wissen will und die politischen Ereignisse, die Olga zu dem machen, was sie ist, der wird hier sehr enttäuscht. Die Geschichte ist sehr schön beschrieben und die Protagonisten haben alle ihren eigenen Willen und wirken sehr lebendig. Aber dennoch bleibt die Geschichte eher flach und wenig tiefgründig. Leider dreht sich alles nur um die Liebe. Alle drei Geschwister verliben sich in Personen weit unter ihrem Stand, womit diese Beziehung schon zum Scheitern verurteilt ist. Es gibt viele Rückschläge bei der Suche nach einem geeigneten Partner.


Fazit
Leider fehlt mir hier der historische und politische Hingergrund. Ich hatte mir mehr Fakten erhofft. Aber alles in allem eine ganz nette Geschichte.


killerbiene75 hat insgesamt 17 Rezensionen angelegt.

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