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Kind 44
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Titel:      Kind 44
Kategorien:      Krimi/Thriller
BuchID:      10056
Autor:      Tom Rob Smith
ISBN-10(13):      3832180567
Verlag:      Dumont Buchverlag
Publikationsdatum:      2008-01
Edition:      1
Number of pages:      512
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
Bild:      cover           Button Buy now



   
 

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Rezensionen
12.09.2012
+++ Volltreffer +++

12.09.2012 Bewertung:  4.5 mr.matze vergibt 9 von 10 Punkten

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== Einleitung – Tom Rob Smith, Kind 44 ==

 

Ich stand in der Nürnberger Bahnhofsbuchhandlung und wollte nach einer Tagung meiner Familie Kleinigkeiten mitbringen. Erstaunlicherweise war für die Kinder schnell was gefunden, auf der Suche nach einem Buch für meine Frau jedoch hätte ich fast meinen Zug verpasst, den ich eigentlich noch locker hätte schaffen sollen. Geworden ist es schließlich Kind 44 von Tom Rob Smith. Vielleicht lag es auch daran, dass ich das Cover des Buches schon faszinierend fand, obwohl doch die Rocky Horror Picture Show schon damals andere Dinge propagierte ….

 

== Autor – Tom Rob Smith, Kind 44 ==

 

Tom Rob Smith ist Sohn einer schwedischen Mutter und eines englischen Vaters und wuchs dort auf, wo er auch heute noch lebt: in London. Und während man jetzt einen typisch britischen Thriller oder gar die x-te Kriminalkommissar-Figur aus Skandinavien erwarten würde, wird enttäuscht – nein, er wird überrascht. Denn Tom Rob Smith begeistert mit seinem Erstlingsroman im stalinistischen Russland um 1950 …

 

== Die Handlung – Tom Rob Smith, Kind 44 ==

 

Hauptfigur des Romans ist Leo Demidow, Offizier des MGB beziehungsweise des NKWD, also des Geheimdienstes der Sowjetunion für innere Angelegenheiten der 50er Jahre. Damals gab es weder Mord noch Schwerverbrechen – außer Verbrechen gegen den eigenen Staat, der mit allen Mitteln bekämpft werden musste. So kommt es zu Wellen von Verhaftungen ohne gründliche Beweisaufnahme, die Denunziation eines Mitmenschen, der einem Böses andichtete, konnte da schon reichen. Nach der Maxime besser einen Unschuldigen und einen Schuldigen zu verhaften als den Schuldigen nicht verhaftet zu haben, ist einer der vielen Thesen, nach denen Leo Demidow sein berufliches Leben gestaltet. An seiner Seite ist dabei Ehefrau Raisa, die als Lehrerin auch einen großen Teil dazu beiträgt, die stalinistische Jugend im Sinne der Staatsdoktrin zu erziehen.

 

Ein Mord an einem kleinen Jungen wird somit als Unfall abgetan und Leo Demidow kommt erst nach einer Weile dahinter, dass es womöglich auch in der perfekten sozialistischen Gesellschaft auch Morde und Verbrechen geben kann, die nicht als Akt gegen den sowjetischen Staat gerichtet sein könnten.

 

Es beginnt ein mörderisches Spiel und eine atemberaubende Jagd durch die Sowjetunion, im Verlaufe derer Leo immer mehr Zweifel kommen, ob er beruflich und privat stets auf der richtigen Seite zu stehen pflegte. Viele Feinde und Weggefährten sterben auf dem Weg zur Wahrheit, derer sich Leo, mittlerweile zerrissen von Zweifeln, sich stellen muss.

 

== Die Kritik – Tom Rob Smith, Kind 44 ==

 

Ich war von Smiths Erstlingswerk begeistert. Auf über 500 Seiten schafft es der Autor, eine dichte Atmosphäre im stalinistischen Staat zu schaffen, die auch als historisch wenig bewanderter Laie das Buch nur schwer aus der Hand wird legen können.
Was andere Autoren auf Seiten oder gar Kapitel zu verteilen versuchen, scheint bei Smith in einem Absatz geschehen zu können. Atempausen sind dabei weder für die Protagonisten noch für die Leserschaft vorgesehen, zu schnell bewegt sich das Spielbrett, zu schnell werden neue Verschwörungen aufgedeckt oder fast verlorene Handlungsstränge wieder aufgenommen. Das ist toll zu lesen und wird dem einen oder anderen Krimifan durchaus mal eine schlaflose Nacht bescheren, die man sicher nicht bereuen wird.

 

In anderen Kritiken liest man von historischen Ungenauigkeiten. Dies mag durchaus zutreffen, zumal der Autor Baujahr 1979 nur aus den im Anhang genannten Quellen und Büchern als Grundlage seines Romans profitiert. Somit wird die Darstellung dem einen oder anderen Historiker das Buch vielleicht sauer aufstoßen, aber die nehmen vielleicht andere Merkzettel zur Hand und geben anderer Literatur den Vorzug. Anderen ist das Buch dahingehend aber durchaus anzuraten.

 

Wer behauptet, es gäbe keinen Spannungsbogen, erhält von mir nur insofern recht, als dass die Frequenz von Spannung und Höhepunkt in dem Buch sehr hoch ist. Mich hat es jedenfalls von Anfang bis Ende gefesselt. Und wem der Schluss zu abrupt erscheint, der hat in meinen Augen nicht genau genug oder zu wenig aufmerksam gelesen …

 

Für mich ein Volltreffer!

 

 


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