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Siddhartha
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Titel:      Siddhartha
Kategorien:      Klassik
BuchID:      10792
Autor:      Hermann Hesse
ISBN-10(13):      3844521216
Verlag:      der Hörverlag
Publikationsdatum:      2016-05-24
Number of pages:      0
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3 
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Rezensionen
17.06.2016
Opulent und ohrenbetäubend

17.06.2016 Bewertung:  3 ragantanger vergibt 6 von 10 Punkten

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Bei Klassikern der Weltliteratur – und das ist Hermann Hesses Roman Siddartha in jedem Fall -, die den Weg der Vertonung finden, ist es müßig über den literarischen Wert zu sprechen. Die aus dem persönlichen Leid entworfene Schicksalsverarbeitung gipfelt in der existentiellen Melange des Schicksals des indischen Jungens Siddartha, der sich nicht nur im übertragenen Sinne von seinen Götzen und Freunden los sagen muss, um selbstverantwortlich den Weg des Lebens zu meistern. So wie der Buddha im Buch zurückbleibt, so ließ Hesse seine Familie hinter sich. Tragik und Drama, die zu Größerem erwachsen – ein Klassiker, fein und fabelhaft, gewürzt mit Poesie und ganz viel Menschlichkeit.

Was hat nun der hessische Rundfunk in der Hörspielbearbeitung daraus gemacht? Ein Stelldichein prominenter Fernseh- und Sprechergrößen, eine aufwendige Inszenierung, ein phonetisches Klangfestival, das allerdings unter bestimmten Gesichtspunkten nicht immer glücklich machen wird. Wahrscheinlich gibt es derlei Hörer, die es brauchen oder die es zumindest nicht stört – die anderen aber sind auch hier, wie bei so vielen modernen Hörspielen überfordert. Was – muss man händeringend fragen – ist eigentlich passiert, dass man heutzutage die Hörspiele nicht ohne musikalische Klangstücke interpretieren darf? Wieso muss nach jedem dritten Satz (bisweilen – und das ist ganz schlimm: während der Sätze!) ein Orchester los trommeln, eine Geige jaulen? Das mag ja für die Cutter dieser Produktionen ein großes Fest sein, wenn sie andauernd irgendwas reinschneiden dürfen, für den sensiblen Hörer bleibt es ein zweischneidiges Schwert. Klar, machen so große Namen wie Iris Berben, Hans-Michael Rehberg oder Ulrich Noethen eine gute Figur, aber irgendwie obliegt derlei modernen Vertracktheiten eine unnötige Anspannung, die man durch Weglassen dieser Spielereien aufgelöst hätte. Der Hörverlag immerhin hat sich alle Mühe gegeben: eine edle Box zusammengestellt mit einem feinen Booklet und tollen Layout. Und wen denn nun diese Kakophonie, diese moderne akustische Spielerei, die neben dem eigentlichen Text, dazwischen säuselt, nicht stört, der darf bedenkenlos glücklich werden – respektive: selbstverantwortlich.


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