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Fantasy: Apocalypsia: Roman
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Titel:      Apocalypsia: Roman
Kategorien:      Fantasy
BuchID:      1512
Autor:      Andreas Izquierdo
ISBN-10(13):      3867891087
Verlag:      Rotbuch Verlag
Publikationsdatum:      2010-08-12
Edition:      1
Number of pages:      624
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
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Rezensionen
17.08.2010 05.09.2010 13.09.2010 09.10.2010 18.02.2011 26.03.2011 21.09.2011 24.01.2012
Sind wir alle Eins?

17.08.2010 Bewertung:  5 antjemue vergibt 10 von 10 Punkten

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Aufmerksam auf Apocalypsia von Andreas Izquierdo wurde ich, als es mit dem Klappentext:

„Es heißt, sobald ein Kind zur Welt kommt, legt ihm ein Engel einen Finger auf den Mund: so vergisst es augenblicklich alle göttlichen Geheimnisse. Nur die kleine Furche zwischen Nase und Mund bleibt als Spur zurück. Doch als sich das letzte aller Geheimnisse offenbart, müssen die Engel erkennen, dass auch sie nicht alles wissen: Gott liegt im Sterben, und mit ihm die gesamte Schöpfung. Es sei denn, sein Platz wird neu besetzt …

Die Engel sind in Aufruhr, denn Gott geht seinem Tod entgegen. Die Erkenntnis seiner Sterblichkeit ist ein Schock, das Versprechen vom ewigen Leben – eine Lüge. Das Heer der Engel spaltet sich. Wer die Freiheit will, folgt Luzifer, dem schönsten und mächtigsten unter ihnen. Sein Plan ist so schlicht wie verführerisch: Sind erst die missratenen Menschen vernichtet, kann der paradiesische Urzustand wiederhergestellt werden. Die kleine Schar um den einfachen Engel Nathanael, die entschlossen die alte Ordnung verteidigt, ist ganz auf sich allein gestellt. Intrigen, Verrat und Mord führen schließlich in die Katastrophe, und die Erde erlebt schon bald ein Horrorszenario. Nur Esther und Judith sehen dort die Apokalypse kommen, denn sie allein wissen, dass alles seine Zeit hat … und wenn das eine stirbt, wird das andere geboren.“

in meinem Lieblingsbücherforum für eine Testleserunde ausgeschrieben wurde. Ich bin ein großer Fan des Fantasy-Genres und liebe auch Krimis und Thriller. Das oben geschriebene versprach mir eine Mischung aus beidem. Natürlich bewarb ich mich sofort, aber das Losglück hatten andere Mitglieder.

Doch nur wenige Tage später konnte ich auf einer anderen, mir mittlerweile sehr lieb gewordenen Internetseite eine Leseprobe finden und mich mit meinen Leseeindruck für ein Vorableseexemplar bewerben. Diesmal war mir die Glückfee hold und schon vier Tage nach der Verlosung (eine wirklich sensationelle Geschwindigkeit) hielt ich mein Buch in der Hand.

Parallelwelten

Ganz am Anfang des Buches ist die Hierarchie der Engel abgedruckt, die bei mir im Folgenden sehr zum Leseverständnis beitrug und zu der ich auch immer mal wieder zurück blätterte.

Die Geschichte beginnt mit einem eigentlich sehr traurigen Prolog, in der sich eine verzweifelte Frau das Leben nehmen möchte. Doch sie überlebt den Sturz von der Klippe ohne auch nur eine einzige Schramme zu haben und erlebt dabei Merkwürdiges, sogar Beglückendes.

Die Erde wie wir sie kennen, ist nur ein Teil der Welt, die mir der Autor in seinem Werk zugänglich macht. So befinde ich mich dann auch erst einmal auf bekanntem Terrain, nämlich in der Welt der Menschen. Dort lerne ich auch Esther und Judith kennen. Esther ist eine sehr introvertierte Ärztin die sich mit aller Hingabe ihrer Arbeit widmet. Ansonsten gibt es in ihrem Leben nichts, außer einem riesengroßen Schmerz, den sie jedoch vor sich und ihrer Außenwelt verschließt.

Bei Judith handelt es sich um die Frau aus dem Prolog. Sie ist nach ihrem Auffinden, am Fuße der Klippe, Esthers Patientin. Der ihr zugewiesene Pfleger Geno würde die Betreuung aufgrund der unheimlichen Umstände am liebsten ablehnen. Das ändert sich jedoch urplötzlich, als er herausfindet, dass Judith das „zweite Gesicht“ hat und er dies für seine Zwecke ausnutzen kann.

Nur Esther und Judith spüren die Veränderungen, die in der Welt um sie herum vor sich gehen. Esther weiß jedoch auch nicht, was sie von der Patientin, die ihr so unvermittelt die Frage „Glauben Sie an Engel?“ stellte, zu halten hat. Nur, dass sie ihr eigentlich Angst macht und sie sich trotzdem auf ungewöhnliche Art und Weise zu ihr hingezogen fühlt. Und dies gänzlich ohne den Hintergedanken die besonderen Fähigkeiten der Frau auszunutzen, wie es alle anderen Krankenhausmitarbeiter versuchen.

Und dann ist da die Welt der Engel. Ein Engel wurde im Feuer geboren. Eine Geburt, die anders war, als alle vorherigen. Die Ankunft Nathanaels wurde von den Anhängern der heiligen Ordnung sehnlichst erwartet. Der Potestates Iax, der vom Rat beauftragt wurde, Nathanael zu holen und ihm den Start zu erleichtern, ist jedoch entsetzt und schwer verunsichert. Der junge Engel hat eine Verkrüppelung am linken Arm. Dies widerspricht nicht nur seiner ästhetischen Vorstellung, sondern auch allem bisher dagewesenen. Nachdem Iax den Cherubim Rafael hinzugezogen hatte, den diese Tatsache genau so ängstigt, versucht er jedoch an seinem Glauben festzuhalten und seine Aufgabe zu erfüllen. Doch der Umgang mit dem jungen Geschöpf, das neben der Behinderung auch in seinen Handlungen und Gefühlen so anders als alle anderen Engel ist, fällt ihm nicht immer leicht. Und dabei muss er ihn doch vorbereiten. Auf die Begegnung mit Luzifer, auf den schlimmsten Krieg aller Zeiten, den alles vernichtenden Krieg.

Und was auf der einen Seite geschieht, geschieht auch auf der anderen…

Der klare, anschauliche, ja fast poetisch anmutende Schreibstil des Autors nahm mich von der ersten Seite des Buches an gefangen. Dabei war festzustellen, dass sich die Welten der Menschen und der Engel im Wesentlichen gar nicht so sehr unterscheiden. In beiden gibt es Eitelkeiten, Eigennutz, Intrigen, Mord und Verrat. Die blutigen Schlachten wurden hier in der Welt der Engel geführt, in der Welt der Menschen schlug eher die Natur zurück.

Ohne ellenlange und ermüdende Beschreibungen  gelang es ihm, mir die Figuren nahe zu bringen. Hier fand ich die Entwicklung der Figur des Nathanael am beeindruckendsten. Obwohl ein Engel, ein fantastisches Wesen, hatte man zu Beginn den Eindruck, ein Kind vor sich zu haben. Ein Kind, das jede Gemütsregung des von ihm bewunderten Erwachsenen spürt. Für jede Zurückweisung gibt es sich selbst die Schuld und will nur noch mehr gefallen. Später gefällt mir vor allem seine Herzenswärme, die den übrigen Engeln nicht gegeben ist.

Aber auch die Figur des Luzifers war treffend gezeichnet. Ein Spiegel auf die Geschichte. Etwas, was schon viele Male geschehen ist und leider auch heute noch immer wieder geschieht. Eine charismatische Figur, die es versteht die Massen zu Mitläufern zu machen. Gefährlich! Der Disput im Konvent erinnerte mich ein bisschen an die letzten Wahlen hier in Deutschland. Die Politiker der großen Parteien schaffen es alle nicht ein konstruktives Wahlprogramm aufzustellen und wundern sich über den Zuwachs der braunen Brut, die in ihren Schriften den Druck (wenn auch verdreht) genau auf die wunden Punkte der Masse legt. Ich bin fast froh, dass die noch keinen „Luzifer“ haben.

Ich könnte jetzt noch seitenlang weitere Eindrücke und Empfindungen schreiben, die mich beim Lesen von Apocalypsia bewegten. Nur, dass ich dann wahrscheinlich dem interessierten Leser zu viel vorwegnehmen würde. Nur noch so viel. Obwohl der Autor seinen Figuren Namen gab, die biblischen Ursprungs sind, muss man keiner Religion angehören und auch nicht bibelfest sein, um der Handlung folgen zu können.

Ein wunderbares Buch, mit einer fantasievollen und unheimlich fesselnden Geschichte. Einer Geschichte, die viele Wahrheiten enthält ob aus früheren Zeiten oder der Gegenwart. Eine Geschichte, die nachhallt und zum Nachdenken anregt. Zum Nachdenken über den Umgang mit unserem Planeten und über den Umgang der Menschen miteinander. Wir sind alle Eins! Von mir gibt es eine hundertprozentige Leseempfehlung.

Über den Autor Andreas Izquierdo

erfuhr ich auf seiner Internetseite www.izquierdo.de, dass er 1968 als Sohn eines deutschen Ingenieurs und einer spanischen Krankenschwester in Euskirchen geboren wurde und in Iversheim (Nordeifel) aufwuchs. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Köln und ist Mitglied der Krimiautorenvereinigung Syndikat. Andreas Izquierdo hat schon diverse Sitcom-, Serien-, und Spielfilmbücher für RTL, ZDF, SAT1 und WDR geschrieben und bereits drei Kriminalromane und einen Reiseroman veröffentlicht. Sein historischer Roman „König von Albanien“ (2007) wurde mit dem „Sir-Walter-Scott-Preis“ ausgezeichnet.

Rotbuch Verlag 2010
ISBN 978-3-86789-108-0
619 Seiten
Als gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag und Lesebändchen für 24,95 € im deutschen Buchhandel erhältlich.

Leseprobe zu Apocalypsia:
http://www.rotbuch.de/images/medien/9783867891080-Apocalypsia_Leseprobe.pdf


antjemue hat insgesamt 45 Rezensionen angelegt.

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Das Ende der Welt?!

05.09.2010 Bewertung:  5 Etsas vergibt 10 von 10 Punkten

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Es heißt in der Beschreibung: „Gott liegt im Sterben und mit ihm die gesamte Schöpfung.“ Klingt spannend? Ist es auch! Aber zunächst einmal etwas zum Inhalt. Zwei sich im Grunde unbekannte Frauen treffen in der menschlichen Welt aufeinander und seitdem sind ihre Wege eng miteinander verbunden, warum wird sich im Verlaufe des Buches plausibel darstellen. Auf die gleiche Weise ist auch die Entwicklung der Engel, es kommt nie das Gefühl auf, mit dieser überfordert zu sein. Ganz im Gegenteil. Der Verlust des im sterbenden liegenden Gottes stellt sich als Herausforderung dar, da mit dessen Tod der Glaube der Engel erschüttert wird. Auch scheint die Prophezeiung ihres Herren nichts als eine Enttäuschung in ihrer bis dahin makellosen Welt zu sein. Gott scheint an Macht zu verlieren, Luzifer scheint diese zu gewinnen und er will die Vernichtung der Menschheit. Wer soll die Schöpfung nun retten und vor allem wie?

Andreas Izquierdo schafft es seine Figuren nachvollziehbar zu entwickeln, auch der Leser schwankt ab und an zwischen „Gut und Böse“, Sympathie kommt ohne weiteres für beide Seiten auf. Auch wenn in der zweiten Hälfte des Buches kurzer Frust beim Lesen aufkam und mich die Geschichte so gar nicht mehr fesselte, konnte mich die Geschichte nach einigen Tagen Pause wieder genauso fesseln wie während der ersten Hälfte. Im Nachhinein kann ich nun wohl sagen, dass es die Komplexität der Geschichte war, die diesen Frust ob meines anfänglich rasanten Lesetempos aufkommen ließ. Vielleicht wäre es besser gewesen, von Anfang an langsamer an das Buch zu gehen. Doch wie sollte das möglich sein, bei solch einer packenden und spannenden Geschichte, die dem Leser erfrischend viel Freiraum für Fantasie in Sachen Gestaltung der Welt lässt?

Abschließend bleibt zu erwähnen, dass der Frust schnell vergessen war und ich selten ein so spektakuläres, fesselndes und vor allem sehr lesenswertes Buch mit einem ansprechenden Schreibstil gelesen habe, das jeden Fantasy-Fan in seinen Bann ziehen dürfte! Aus diesem Grund gibt es nur minimale Abzüge in der Bewertung, die sich auf die „Endnote“ nicht nennenswert auswirken können.


Etsas hat insgesamt 70 Rezensionen angelegt.

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Krieg der Engel

13.09.2010 Bewertung:  5 goat vergibt 10 von 10 Punkten

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Wäre ich nach dem Äußeren des Buches und nach dem Klappentext gegangen, dann hätte ich diesen kostbaren Schatz wohl gar nicht gelesen. Erst nachdem ich ein paar Seiten der Leseprobe regelrecht verschlungen hatte, wusste ich: Dieses Buch musst Du haben.

Vom Umschlag her, ist das Buch in einem dunkelroten Ton gehalten und darauf steht in großen weißen Lettern das Wort Apocalypsia\". Die Buchstaben sind mit roten Flecken beschmiert, die schnell deutlich machen, dass es sich um Blut handelt. Und das wird in diesem Fantasyroman nicht gerade wenig vergossen. Es war stellenweise schon sehr brutal und ich habe mich während der Kriegsszenen oft gefragt, warum ich gerade dieses Buch nicht aus der Hand legen kann, obwohl ich ein absoluter Kriegsgegner bin und auch solche Szenen eigentlich vermeide zu lesen.
Aufteilung des Buches:

Das Buch beginnt mit der Hierarchie der Engel:

I. Chor
1. Seraphim
2. Cherubim
3. Throne

II. Chor
4. Dominationes
5. Virtutes
6. Potestates

III. Chor
7. Principatius
8. Archangeli
9. Angeli

Es st eingeteilt in Abschnitte. Jeder Abschnitt hat mehrere Kapitel. Gewundert habe ich mich darüber, dass es kein Inhaltsverzeichnis gibt - zumindest zu den einzelnen Abschnitten. Die Abschnitte haben folgende Überschriften:

Anomalien
Die Prophezeiung
Plagen
Der Konvent
Krieg

Aber erst einmal Näheres zum Inhalt, denn wie schon erwähnt, hätte der Klappentext mich nicht ermutigt, das Buch zu lesen. Überzeugt hat mich der Schreibstil von Andreas Izquierdo.

Sehr lange Zeit lebte die Welt der Menschen und die der Engel im Gleichgewicht friedlich nebeneinander. Starb ein Mensch, so wurde er als Engel wieder geboren. Doch seit Gott im Sterben liegt, gerät die Welt aus dem Gleichgewicht. Die Engel müssen ihre Sterblichkeit erkennen und ihr Heer spaltet sich in zwei Lager. Während die eine Seite weiter auf Gott vertraut, schließt sich die andere dem Engel Luzifer an. Seinem Versprechen, den paradiesischen Urzustand durch die Vernichtung des Menschen wiederherzustellen, können sich nur wenige Engel entziehen.
In diese Zeit wird ein kleiner Engel mit dem Namen Nathanael hineingeboren. Die Prophezeiung sagt voraus, dass er als Vertreter der alten Ordnung, die Engel in den Kampf gegen Luzifer führen wird.
Aber Nathanael wird mit einer verkrüppelten Hand geboren und sein Meister, der Potestas Iax, ist voller Zweifel. Er soll ihn im Kampf unterrichten - aber wie soll ein Krüppel die Schöpfung retten? Nur sehr schwer kann er seinen Abscheu unterdrücken.
Während die Welt der Engel in zwei Lager gespalten wird, geht auch die Welt der Menschen ihrem Untergang entgegen. Die Erde wird von merkwürdigen Lichtern eingekreist, die an Polarlichter erinnern. Dies führt dazu, dass sich die Erde immer mehr aufheizt und die Kontinentalplatten zu driften beginnen. Die Menschen, die durch die anhaltende Hitze nicht gestorben sind, finden den Tod durch Erdbeben, Tsunamis oder Vulkanausbrüchen.

Selten habe ich mich in einem Buch so verloren, wie in diesem und selten haben mich Worte so sehr aufgewühlt wie die von Andreas Izquierdo. Alleine die Wortwahl und seine Art zu schreiben ist das, was mich überzeugt hat. Diese gewaltige Geschichte, die dahinter steckt, war noch das I-Tüpfelchen.
Was mich ein paar Mal regelrecht aus der Bahn geworfen hat, war die Intensität des letzten Satzes in manchen Kapiteln. Sätze, die mich in dem Moment so unerwartet mit einer Wucht getroffen haben, dass ich erst eine Pause machen musste, bevor ich weiter lesen konnte.
Die Figuren in diesem Roman sind, wie ich finde, ein kleines Meisterwerk. An jeder einzelnen hing ich, ob nun Gut oder Böse. Wobei ich mich doch ein paar Mal gefragt habe, ob das Böse in diesem Fall wirklich so Böse ist. Diese Aussage Luzifers ließ doch einige Zweifel aufkommen: Der Vater trennte uns, um zu verbergen, dass er uns betrogen hat! Denn in seiner Kränkung und um die tiefe Lücke zwischen Engeln und Menschen zu schließen, beschenkte er Letzteren überreich, gab ihm die Fähigkeit, zu schaffen, sich zu entfalten, seine eigenen Ziele zu verfolgen. Ja, er erlaubte sogar, nicht an ihn zu glauben. Gaben, die er den Engeln verweigerte und - wie zum Spott - diesen unfertigen, zerstörerischen und dummen Wesen opferte!\"

Eins steht fest: Der Autor regt mit seinem über 600 Seiten starken Werk auf jeden Fall zum Nachdenken an. Führt uns unsere Fehler vor Augen und zeigt uns, dass wir bereits einen falschen Weg eingeschlagen haben. Der Krieg, den die Engel in seinem Buch führen, ist eigentlich der der Menschen und die Arroganz, die wir unserer Umwelt gegenüber an den Tag legen, wird irgendwann unser Untergang sein.


goat hat insgesamt 193 Rezensionen angelegt.

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Die Apokalypse hat begonnen...

09.10.2010 Bewertung:  4.5 kleinfriedelchen vergibt 9 von 10 Punkten

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Du stehst auf Endzeit-Romane? Auf Bücher, in denen die Welt untergeht und der Mensch ums nackte Überleben kämpft? Und du bist auch dem Fantasy-Genre nicht abgeneigt? Dann habe ich hier die ideale Buchempfehlung für dich: „Apocalypsia“ von Andreas Izquierdo. Worum geht es?

Auf der Erde geschehen seltsame Dinge: wunderschöne Polarlichter überspannen den gesamten Planeten, die die Verbindung zu den Satelliten unterbrechen; die Temperaturen steigen und es wird unerträglich heiß. Die Meere färben sich blutrot. Esther, die junge Ärztin, die seit dem Tod ihres Sohnes den Glauben an Gott verloren hat, denkt sich anfangs nichts dabei. Doch bald schon offenbart sich die ganze Katastrophe: Felsmassive wie die Alpen werden porös und fallen einfach in sich zusammen, Erdbeben erschüttern die ganze Welt und Vulkane drohen auszubrechen. Inmitten dieses Chaos versuchen Esther und ihre Patientin Judith, die nach ihrem Selbstmordversuch seltsam allwissend erscheint, am Leben zu bleiben. Die Ursache für diese Apokalypse erschließt sich den Menschen nicht.

Denn erst wer weiß, dass alles im Gleichgewicht ist, dass, wenn das eine stirbt, auch das andere unweigerlich stirbt, kann die Ursache erkennen. Und die liegt außerhalb der menschlichen Wahrnehmung. Gott liegt im Sterben und unter seinen Engeln entbrennt ein heftiger Kampf um die Thronfolge. Erschüttert von der Erkenntnis, dass ihre unsterbliche Existenz eine Lüge ist, lehnen sich die Engel gegen die alte Ordnung auf. Diese Gelegenheit nutzt Luzifer nach jahrtausenderlanger Verbannung für sich. Er will den Platz Gottes einnehmen und die Schöpfung neu gestalten. Ohne den Menschen, denn in ihnen sieht er die Wurzel allen Übels. Nur der junge Engel Nathanael, der sich aufgrund einer Verkrüppelung so sehr von den anderen Engeln unterscheidet, soll noch in der Lage sein, gegen Luzifer zu bestehen. Und so auch die Menschenwelt vor dem Untergang zu retten…

Was für ein monumentales Buch! Ich fand es einfach großartig. Die Erzählung wechselt immer wieder zwischen der Menschen- und der Engelwelt. Beiden droht die Zerstörung, denn sie sind wie zwei Seiten einer Medaille. Alles ist im Gleichgewicht, Leben und Tod, Engel und Menschen. Wenn das eine stirbt, stirbt auch das andere.

Mir ist jeder einzelne Charakter im Laufe des Buches ans Herz gewachsen, selbst die scheinbaren Bösewichte. Denn jeder hat eine Geschichte, die ihn erst zu dem gemacht hat, was er jetzt ist und Izquierdo gesteht jedem die nötige Seitenzahl zu, so dass man Nathanael, Luzifer, Esther und Co. kennen- und liebenlernen kann. Keiner ist hier nur ein unwichtiger Nebencharakter. Wer jedoch empfindlich ist, wenn es um den Tod von Charakteren geht, der sollte sich wappnen, denn hier droht schließlich die Apokalypse und somit die Vernichtung allen Seins.

Mein Fazit: „Apocalypsia“ bietet Weltuntergang, monumentale Schlachten und einzigartige Charaktere. Endzeit-Fantasy vom Feinsten!

kleinfriedelchen hat insgesamt 60 Rezensionen angelegt.

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Andreas Izquierdo - Apoclypsia

18.02.2011 Bewertung:  5 Stahlfixx vergibt 10 von 10 Punkten

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Über das Buch:
Die Welt gerät langsam aus den Fugen, seltsame Lichterscheinungen am Himmel läuten den Untergang ein, immer schneller verändert sich das Klima - es wird immer heißer, Umweltkatastrophen treffen Mensch und Tier, die Menschheit steht sozusagen  vor den Trümmern der bisher bekannten Welt. In dieser Welt begegnen sich zwei Frauen, Judith, die sterben wollte, deren Selbstmord aber durch ein \"Wunder\" verhindert wurde und Esther, ihre behandelnde Ärztin, die prinzipiell schon ihr eigentliches Leben (an ihr Schicksal) verloren hat.
Die Welt der Menschen und die Welt der Engel können nur im Gleichgewicht miteinander existieren, Veränderungen auf der einen Seite bewirken immer auch Veränderungen auf der anderen Seite. So wird ein Engel geboren, Nathanel, das erste Mal in der Geschichte der Engel, dass ein versehrter nicht perfekter Engel geboren wird. Er wird von seinem Lehrmeister, dem Protestas Iax, ausgebildet und zu Gott geführt, wo sich die Engel sammeln, die an Gott glauben und die auf einen Führer warten, der sie zum letzten Kampf zwischen Gut und Böse führt, denn Gott liegt im Sterben und Luzifer sammelt die Zweifelnden um sich, um die Macht zu ergreifen und die Menschen für immer auszurotten, um sozusagen den biblischen Urzustand für die Engel wieder herzustellen.

Meine Meinung:
Ich gehöre ja eigentlich der (blutigen) Thriller-Fraktion an, aber, ab und an, vor allem, wenn ich ein wenig mehr Zeit habe und nicht nur vor dem Einschlafen lese, darf es auch gerne mal etwas anspruchsvoller sein.
Somit habe ich meinen \"Resturlaub 2010\" (unter anderem) mit \"Apocalypsia\" verbracht.
Ein Buch das ich nicht für langweilig halte und das mich (auch bei den recht
umfangreichen 622 Seiten), für mehr als drei Tage (an denen ich relativ viel Zeit hatte) am (konzentrierten) Lesen hält, ordne ich als anspruchsvoll ein. Ein Buch, das ich nicht nur für schön, außergewöhnlich und gelungen halte, welches mich auch noch Tage später beschäftigt, ordne ich dazu noch in meine private Kategorie \"monumental\" ein - und dahin schaffen es nicht viele. Nun, Apocalypsia hat´s geschafft.
Ein Buch über Engel - gefährlich - das könnte für mich persönlich thematisch auch vollkommen daneben gehen, gerne führen Fantasy-Geschichten schnell in eine kitschige Richtung - Setting: momentan erfolgreiches Vampir Thema, Austausch der Untoten mit Engeln, seichte Liebesgeschichte mit oder ohne ganzheitlicher Esoterik-Keule.
Nein, das Buch bewegt sich in eine ganz andere Richtung, zwar kann man ihm einen gewissen Pathos nicht absprechen, doch für mich in einer erträglichen, zum Thema passenden Weise, die ich in diesem Kontext, vollkommen tolerieren kann.

Anfangs könnte man aber allerdings schon denken, dass man sich in einen typischen (esoterisch) angehauchten Frauenroman verirrt hat. \"Apocalypsia\" beginnt mit Judith und Esthers Geschichte. Da sollte man etwas am Ball bleiben, es entwickelt sich…

Das Buch beschreibt zwei Ebenen, die uns bekannte Welt der Menschen, die wörtlich genommen der Apokalypse mit großen Schritten entgegen geht und die Welt der Engel, die sich ebenfalls in Auflösung befindet, da sie mit der Welt der Menschen verbunden ist und nicht im Ungleichgewicht dazu bestehen kann. Wobei die Ebene der Engel den weitaus größeren Teil des Buches einnimmt.
Für alle Leser, die sich mit der Hierarchie der Engel nicht beschäftigt haben, ist sie auf einer der ersten Seiten des Buches nachzulesen.

Alles konnte lange friedlich im Gleichgewicht nebeneinander existieren, starb ein Mensch, wurde er als Engel wiedergeboren, bis zu dem Zeitpunkt, an dem den Engeln klar wird, Gott liegt im Sterben, auch die Ewigkeit ist nicht unendlich.
Gott spricht plötzlich nicht mehr zu den Engeln, darauf hat sie niemand vorbereitet, sie sind nicht in der Lage diese göttliche Leere zu füllen. Sie halten strikt an Ritualen fest, die fast an höfisches Zeremoniell erinnern, sie sind hart (-herzig) und nicht in der Lage zu vergeben, die Fähigkeit zu Vergebung ist ihnen nicht gegeben, das kann nur der Vater.
Die Engel sind auf ihre Weise genau so blind und unperfekt wie die Menschen, beide verschließen die Augen, die Menschen vor dem Raubbau an Natur und Umwelt (auch vor Gott), die Engel vertrauen blind auf Gott, sind ohne etwas zu hinterfragen, vollkommen ihrem Schicksal ergeben und stehen ungläubig vor den \"Lügen ihres Daseins\", denn die auch die Ewigkeit ist anscheinend endlich.
Erschüttert von dieser Erkenntnis, dass die Unsterblichkeit eine Lüge ist, lehnt sich manch ein Engel gegen die alte Ordnung auf. Diese Gelegenheit nutzt Luzifer um nach jahrtausendelanger Verbannung nach der Macht zu greifen, Zweifel und Zwietracht  unter den Engeln zu säen und Verbündete gegen die alte Ordnung zu finden.

Nathanael wird (aus Feuer) geboren, unter der Prophezeiung, dass er die Rettung für die zerbrechende heilige Ordnung ist. Sein Lehrmeister Iax wohnt seiner Geburt bei und erlebt zum ersten Mal, dass ein Engel nicht vollkommen zur Welt kommt.
Iax zweifelt stets an ihm und glaubt nicht, dass er die vorausgesagte Rettung sei, er bildet ihn aber trotzdem, wie ihm geheißen, aus und führt ihn zu Gott.
Nathanel muss lernen zu kämpfen, nicht nur um in die \"letzte Schlacht\" zu ziehen, sein wahrer (persönlicher) Kampf ist um Iax´ Liebe zu kämpfen, Iax der vollkommen gottergeben ist, die göttliche Ordnung nie in Zweifel zieht und zum ersten Mal in seinem Dasein Zweifel verspürt, da er Nathanael abgeneigt ist.
Nathanael ist nicht nur körperlich missgebildet, er hat auch Fähigkeiten (die allen anderen Engeln fehlen) - er kann mit allen Gottesgeschöpfen mitfühlen und er kann sich an die Liebe seiner Mutter (in der Menschenwelt) erinnern.
Nathanaels Weg, sein \"Werden\" und auch Iax´ (stumme) Erkenntnis ist für mich die Haupthandlung des Buches. Dazu kommen natürlich auch noch unzählige kleine Rahmenhandlungen und Personen, die den beiden auf ihrem Weg zu oder bei Gott begegnen.

Das Buch gipfelt im Endkampf zwischen \"Gut\" und \"Böse\" einem monumentalen Kampf der Engel und quasi im (fast vollständigen) Untergang der Welt der Menschen.
Das ist jetzt zwar kein vollkommen unbeschriebenes Territorium, ist aber passend und (für meinen Geschmack) interessant umgesetzt.

Es gibt natürlich sehr viele Bezüge zur christlichen (nicht nur ausschließlich biblischen) Mythologie, Kenntnisse darüber sind aber nicht unbedingt notwendig, wobei ich sagen muss, dass ein \"gewisses Wissen\", das Buch interessanter macht, es gibt recht viele Möglichkeiten für Eigeninterpretationen, oder auch Denkanstöße.
Das beginnt schon bei den Namen der Charaktere - Judith oder auch Esther (\"beide tauchen (mythologisch) als Retter(innen) des Gottesvolkes auf\")  oder Nathanael (was mit \"Gottesgeschenk\" übersetzt werden könnte), so kann der Leser  zu allen Namen passende (mythologische) Querverbindungen finden.
Sehr viele Bezüge habe ich auch zur Offenbarung des Johannes gesehen, so die \"Plagen\", die die Menschheit heimsuchen, aber wieder auch einige Personen/Namen die (außerhalb der Apokryphen) in der Bibel nur in der Offenbarung des Johannes vorkommen.
Wer möchte findet unzählige interessante Fragen, die sich der Leser selbst beantworten kann, wenn er möchte - über \"Gut\" und \"Böse\", die eben auch im Gleichgewicht sein müssen und das das eine das andere bedingt und beide nicht ohne einander bestehen können - nur \"Gut\" ist eigentlich auch kein erstrebenswerter Zustand, bzw. ist \"Gut\" nicht gut, wenn es \"Böse\" nicht gibt… (hmm, genug jetzt mit meiner kruden Philosophie).

Das ist aber nur ein Aspekt des Buches (welcher manchem Leser wahrscheinlich auch gar nicht so sehr ins Auge springt), es  handelt sich jedenfalls nicht ausschließlich um christliche Religionstheorie und/oder ermüdende Bibelgeschichten, im Gegenteil das Buch bietet nicht nur tiefgründiges und zum Nachdenken anregendes, es bietet auch eine schöne, manchmal auch recht traurige, schwere Geschichte (die sich, wie auch Nathanael entwickelt), Endzeit-Fantasy (mit Engeln, ohne Fabelwesen), verbunden aber immer auch mit einem \"Fünkchen\" Hoffnung.
Bildhaft (auch sehr ausführlich) schön geschrieben, einwandfrei recherchiert, hintergründig, spannend und phantasievoll aber auch unbschönigend, hart, gewaltig. Weitab von den puttengleichen pummeligen süßen Engelchen und alles ohne \"Missionierungstouch\".

Das Ende schließt das Buch würdig ab, gibt aber auch keine Erklärungen für die großen Fragen der Menschheit - zurück bleibt wieder enormer (wenn er denn genutzt wird) Spielraum für eigene Interpretationen - es muss (oder kann) sich jeder Leser seinen eigenen Teil  dazu (aus- oder weiter-) denken.

Auch Götter sterben, wenn niemand mehr an sie glaubt (nein, nicht von mir, von J. P. Sartre).


Stahlfixx hat insgesamt 42 Rezensionen angelegt.

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Bewegender Weltuntergang

26.03.2011 Bewertung:  5 Toschi3 vergibt 10 von 10 Punkten

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Die Welt der Engel ist in Aufruhr. Gott liegt im Sterben und Luzifer hat sich aus seinem Gefängnis befreit. Schon beginnt der Kampf um das Erbe. Und gleichwohl vergeht die Erde, Gottes Schöpfung. Apokalyptische Naturkatastrophen zerstören den Planeten, machen den verbliebenen Menschen das Leben zur Hölle. Doch es gibt Zuversicht: die Prophezeiung verheißt, dass der kleine Engel Nathanael die Erlösung bringen kann. Doch welche Hoffnung kann man in einen verkrüppelten, sturköpfigen Engel der untersten Riege stecken?

 

Das Buch von Andreas Izquierdo, einem deutschen Autoren, ist ein Wunderwerk der Fantasie. Es hat mich von Anfang an fasziniert. Geschickt wechselt er in seiner Erzählung zwischen den Ebenen der Engel und der Menschen hin und her. Doch im Laufe des Buches verschwimmen diese Grenzen. Das Buch zieht in seinen Bann, man muss nicht an Engel glauben, um mitgerissen zu werden. Große Schlachten, gemeine Intrigen und intensive Gefühle wechseln einander ab, jagen den Leser durch das Buch. Man fiebert mit dem jungen Nathanael und seinem unerbittlichen, unnahbarem Lehrer Iax.

 

Obwohl die Handlung sehr komplex ist, schafft es der Autor mit seinem tollen Schreibstil, das man gut durch die Geschichte gleitet und auch nach einer Lesepause schnell wieder den roten Faden aufnehmen kann. Am Ende hat mich das Buch sehr beeindruckt zurückgelassen. Dieses Buch kann man einfach genießen, oder aber auch viel lernen über Vertrauen, Mut und Liebe.


Toschi3 hat insgesamt 81 Rezensionen angelegt.

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Glaube versus Überzeugung- Apokalypse im Himmel

21.09.2011 Bewertung:  5 Nazena vergibt 10 von 10 Punkten

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Lucifer, der schönste aller Engel, ist aus seinem Gefängnis ausgebrochen und schart erneut seine Anhänger um sich. Der Zeitpunkt ist denkbar schlecht: ihrer aller Vater, der Schöpfer, liegt im Sterben. Alle Hoffnung liegt auf dem neugeborenen Engel Nathanael, der laut einer Prophezeiung Gleichgewicht bringen soll. Aber Nathanel ist nur ein einfacher Engel, und teilweise sogar ein recht begriffstutziger. Außerdem ist er verkrüppelt- in der perfekten, symmetrischen Welt des Paradieses einfach undenkbar.

Das Paradies selbst leidet auch: es ist mit der Erde verknüpft und überall, wo die Menschenstädte stehen, gibt es im Paradies nur noch totes Ödland. Immer mehr Tiere verschwinden, da ihre Gegenparte auf der Erde ausgerottet wurden. Doch der Krieg der Engel spiegelt sich auch auf der Erde wider: die Satelliten fallen vom Himmel, Meere färben sich rot und die Temperaturen steigen unaufhörlich. Die Apokalypse steht kurz bevor…

Vom Einband her hatte ich einen ellenlangen, staubtrockenen Kirchenthriller erwartet- und war positiv überrascht, einen gut durchdachten Fantasyroman vorzufinden. Die Handlung stützt sich weitestgehend auf alte jüdische und christliche Legenden sowie Paradise Lost, die sehr intelligent mit heutigen Umwelt- und Weltbevölkerungsproblemen verknüpft sind. Der Roman spielt größtenteils im Paradies, mit kleinen Abstechern auf die Erde, und beschäftigt sich neben der vordergründigen Handlung auch mit existenzialistischen Problemen und Fragen: kann der einzelne seine persönliche Freiheit einfordern, auch auf Kosten anderer? Und was ist, wenn gerade diese anderen sie vorher grausamst beschnitten haben? Lucifer nimmt für sich in Anspruch, der Befreier zu sein. Der Vater hat zwar die Welt geschaffen, hält die einzelnen Engel aber in Unmündigkeit- sie müssen ihn gehorchen. Fragen zu stellen wird nicht toleriert, der Engel MUSS glauben- denn ohne den Glauben wäre er nichts. Lucifer will Freiheit und verliert dadurch seine Unschuld, und in seinem Glauben an die gerechte Sache reißt er das gesamte Paradies mit sich. Die Engel sind wie Kinder, aber sie sind glückliche Kinder. Darf man jemanden zwingen, dessen eigene Beschränkungen zu sehen? Oder gibt es ein Recht auf Nichtwissen und Unmündigkeit? Durch Lucifers Handlungen werden sogar, die obersten, reinsten Engel in ihr Verderben gezogen, und als sie den Glauben verlieren, verlieren sie auch ihre Moral. Hier kommt der angepriesene Messias Nathanael ins Spiel, doch die Engel wollen nicht an ihn glauben- denn durch seine augenscheinliche Missbildung müssten sie anerkennen, dass auch sie nicht so makellos wie gedacht sind.

Wie man sieht, kann man den Roman sowohl als bloße Fantasygeschichte als auch als philosophisches Werk betrachten. Der Erzählstil ist hauptsächlich in flüssiger Prosa gehalten, mitunter gibt es allerdings Einschübe, die eher an alte historische Werke und den Bibelstil erinnern. Diese fügen sich nahtlos in die Handlung ein und erwecken mitunter das Gefühl, eine wahre Chronik zu lesen. Insgesamt war der Roman spannend und interessant zu lesen, hinterlässt aber ein mulmiges Gefühl: obwohl Lucifer einen totalen Vernichtungskrieg führt, kann der Leser sich fast nur mit seinen Idealen identifizieren, denn die Engel fordern Kadavergehorsam, woraufhin Lucifer auf das Recht der eigenen Wahl pocht. Und obwohl man weiß, dass Lucifers Handeln „falsch“ ist, fällt es schwer einen anderen Weg zu sehen. Letztendlich musste alles kommen, wie es kam- und es wird auch immer weitergehen. Der Zyklus beginnt mit jeder Schöpfung von neuem, der Lichtbringer (und Wissensbringer) und der Vater sind unvereinbarliche Archetypen. Doch das Leben findet einen Weg, denn es ist die Schöpfung, das Licht. In Ewigkeit. Amen.


Nazena hat insgesamt 88 Rezensionen angelegt.

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Packend erzählt, mit einigen Schwächen

24.01.2012 Bewertung:  4 killerbiene75 vergibt 8 von 10 Punkten

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Die Welt ist am Sterben, die Gemeinschaft der Engel droht zu Zerreissen. Dann wird ein schreckliches Geheimnis offenbart, was nicht einmal die Engel kannten... Gott liegt im Sterben. Und als sei das nicht schlimm genug ist Luzifer auf den Thron aus und nutzt seine Chance...

Meinung:
Das Buch ist packend geschrieben und der Autor hat ein paar gute Ideen mit eingebaut. Man mag das Buch nicht an dei Seite legen, aber dennoch wäre es sicherlich nicht schlecht gewesen, wenn das Buch weniger Dick gewesen wäre. An einigen Stellen habe ich teilweise Absätze einfach übersprungen, weil man das Gefühl hatte in der Geschichte festzustecken und nicht weiter zu kommen. Aber man wollte unbedingt wissen wie es endet. Schade ist etwas, dass die Engel doch sehr menschlich dargestellt worden. Sie hatten genausoviel Wut und das Bestreben die Meinung mit Waffen auszudrücken, wie es die Menschen in dem Buch haben. Allerdings war es sehr interessant zu lesen, wie eine Gemeinschaft auseinander gerissen werden kann, wenn nur jemand da ist, der das ganze ins Rollen bringt. Zum Schluss fand ich es doch arg grausam und vieles hätte einfach weggelassen werden können. Das Buch ist ergreifend und sehr spannend geschrieben.

Fazit:
Ein ganz gelungenes Buch mit einigen Längen, die das Lesevergnügen ein wenig schmälern.


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