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Historischer Roman: Die Geisterseher. Ein unheimlicher Roman im klassischen Weimar.
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Titel:      Die Geisterseher. Ein unheimlicher Roman im klassischen Weimar.
Kategorien:      Historischer Roman
BuchID:      182
Autor:      Kai Meyer
ISBN-10(13):      3404148428
Verlag:      Bastei Lübbe
Publikationsdatum:      2002-12-17
Edition:      3., Aufl.
Number of pages:      470
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
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Beschreibung:      Aus der Amazon.de-Redaktion
Ganz wörtlich darf man die in diesem historischen Krimi geschilderten Vorgänge nicht nehmen, obwohl überwiegend historisch verbürgtes Personal auftritt: Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und seine Frau Charlotte, die Brüder Grimm, E.T.A. Hoffmann und andere. Sie alle sind Opfer und Agenten einer weitreichenden Intrige, die sich mit unbeirrbarer Präzision zu entwickeln scheint.

Ein Manuskript steht im Mittelpunkt dieses Romans, der im Jahre 1805 spielt: die Fortsetzung von Schillers Romanfragment Der Geisterseher. Meyer läßt Wilhelm Grimm als Erzähler beschreiben, wie der schwer erkrankte Schiller den beiden Brüdern, die ihr Idol besuchen, das Manuskript übergibt mit der Bitte, es Goethe auszuhändigen. Doch die Brüder werden überfallen und eine lange Kette von Verwicklungen schließt sich an, in der auch eine ägyptische Loge und andere Geheimbünde bedeutsam werden und in der Goethe unter Mordverdacht gerät.

Meyers unheimlicher Roman im klassischen Weimar ist ein rasend spannendes, wenn auch nicht immer elegant geschriebenes Buch, das zusätzlichen Reiz durch seine Anspielungen auf Werke wie eben Schillers Geisterseher (mit dem es atmosphärisch einiges gemeinsam hat) oder Hoffmanns Sandmann gewinnt. Dennoch ist der Roman kein akademischer Text, sondern eine packende Schauererzählung, in der sich die Ereignisse überschlagen, so daß der Leser das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen will. --Jan-Arne Sohns

   
 

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Rezensionen
05.07.2009
Rezension

05.07.2009 Bewertung:  5 Alien vergibt 10 von 10 Punkten

UserpicWeimar 1805: Schiller ist krank und stirbt, als gerade die jungen Brüder Wilhelm und Jacob Grimm bei ihm zu Besuch sind. Er übergibt ihnen mit seinem letzten Atemzug ein Manuskript, das sie zu Schillers Freund Goethe bringen sollen, dieses wird ihnen jedoch auf dem Rückweg zu Goethes Haus gestohlen. Seltsame ZeitgenossInnen wie die geheimnisvolle Elisa von der Recke säen Mißtrauen in die Herzen der jungen Brüder. Hat etwa Goethe seinen Freund Friedrich Schiller umgebracht? Woran starb der Schauspieler, der eines von Goethes Stücken probte?rnUnd welche Rolle spielt die schöne Anna von Brockdorf? Eine packende Jagd nach dem Manuskript beginnt, die Jacob und Wilhelm Grimm nach Warschau zu einem saufenden Regierungsrat, einem kiffenden Prinzen und noch weiter führt.rn

Obwohl ich mich zugegebenermaßen in der deutschen Geschichte nicht so gut (bzw.rnüberhaupt nicht) auskenne, also nicht sagen könnte, ob Kai Meyer hier bei gewissen Details flunkert oder nicht, habe ich dieses Buch mehr als jedes andere genossen, das sich mit dieser Zeit und seinem Berühmtheiten beschäftigt hat. Die Geschichte wird erzählt aus der Perspektive des 19jährigen Wilhelm, der nicht so logikbesessen wie sein ein Jahr älterer Bruder Jacob ist und eher die gefühlsbetontere Seite des Duos abgibt. Sehr eindrucksvoll schildert Meyer die Beweggründe und Vorgehensweise der Beiden, der Verschwörung von Illuminaten und der ägyptischen Loge auf die Spur zu kommen. Viele geschichtliche Eckdaten stimmen mit der tatsächlichen Vergangenheit wohl überein, aber das Spannende an diesem Roman ist, daß man eben nicht genau sagen kann, wo Wahrheit in Fiktion übergeht, was stimmt, was stimmen könnte und was auf jeden Fall erfunden ist. So fand ich z.B. die Erwähnung sehr nett, mit der sich die Beiden Einlaß ins Bücherparadies "Vogelöd" verschaffen. Sie würden Märchen sammeln und diese aufschreiben. Tatsächlich erschien der erste Band der "Kinder- und Hausmärchen" im Jahre 1812. Aber wer will schon wissen, wann genau sich die Idee in den Köpfen der Grimm-Brüder festsetzte?rn

Ein letzter erwähnenswerter Punkt, weshalb ich dieses Buch so genossen habe, ist, daß Kai Meyer eine nicht nur für die Zeit, sondern auch für die Charaktere sehr einnehmende Sprache verwendet. Satzbau, Wortwahl und Grammatik lesen sich wie ein Theaterstück, eine Biographie und eine Hommage an die deutsche Sprache, ohne langweilig, gestelzt oder aufgesetzt zu wirken. Ein Erlebnis für alle, die die deutsche Kultur, Vergangenheit und Sprache schätzen - und einen guten Krimi lieben!rn

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