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Historischer Roman: Die Buchdruckerin: Historischer Roman
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Titel:      Die Buchdruckerin: Historischer Roman
Kategorien:      Historischer Roman
BuchID:      1636
Autor:      Sabine Weiß
ISBN-10(13):      3547711606
Verlag:      Marion von Schröder
Publikationsdatum:      2010-09-29
Edition:      Hardcover
Number of pages:      512
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4.5 
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Rezensionen
21.10.2010 26.10.2010 29.10.2010 24.01.2012
Buchdruck im Zeitalter der Reformation

21.10.2010 Bewertung:  4 Nordlicht vergibt 8 von 10 Punkten

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Kurzbeschreibung bei amazon

Straßburg um 1520. Margarethe Prüß hat gegen den Willen der Zunft eine
Druckerei geerbt. Als die Reformation die Stadt erreicht, heiratet sie
den ehemaligen Mönch Johannes. Doch ihr Mann sieht den Platz einer Frau im Haus. Allen Widerständen zum Trotz kämpft Margarethe für ihr großes Ziel: Jeder soll Bücher lesen dürfen.

Autoreninfo (Klappentext)

Sabine Weiß studierte in Hamburg Geschichte. Heute lebt sie mit ihrer Familie in der Nordheide. Ihre beiden Romane über Madame Tussaud waren große Erfolge.

Eigene Beurteilung

Die Kurzbeschreibung bei amazon ist äußerst dürftig und wird dem Roman in keiner Weise gerecht. Die Handlung erstreckt sich über die Jahre 1510 bis 1542 und erzählt, literarisch ausgeschmückt, aus dem Leben der Margarethe Prüß, die zu Beginn des 16.Jahrhunderts als Tochter des Buchdruckers Johannes Prüß d.Ä. in Straßburg aufwächst.

Die \"Schwarze Kunst\" ist erst ca ein halbes Jahrhundert alt, hat sich aber bereits weit verbreitet. Margarethe ist von klein auf mit den Arbeitsprozessen in der väterlichen Druckerei vertraut und hilft gern mit. Beim Tod ihres Vaters erben sie und ihr leichtsiniger und arbeitsscheuer Bruder die Druckerei zu gleichen Teilen, wobei es allerdings ständig Querelen gibt, da die Zunft eine Frau als selbstständige Druckerin nicht akzeptieren will. Die Heirat mit dem Altgesellen ihres Vaters erlaubt ihr, weiterhin in der Druckerei tätig zu sein. Die Ehe ist glücklich und bringt fünf Kinder hervor, leider gerät Margarethe durch den Tod ihres Mannes in die gleiche Zwangslage wie ein Jahrzehnt zuvor: sie muss wiederum einen Drucker heiraten, um die Druckerei für ihre Söhne erhalten zu können. Bei ihrer zweiten Ehe hat sie weniger Glück. Sie heiratet einen entlaufenen Mönch, der sich als fanatischer Reformator entpuppt und sehr traditionelle Ansichten über die Rolle einer protestantischen Ehefrau hat. Schwere häusliche Konflikte sind vorprogrammiert. In einer dritten Ehe findet Margarethe dann noch einmal persönliche und berufliche Erfüllung...

Dieser Roman ist jedoch weder eine Liebesgeschichte noch ein seichter \"Die ...in\"-Roman, sondern ein gut recherchierter, faktengetreuer Roman über den Buchdruck und seine Gefahren in den Zeiten der Reformation. Die noch junge Erfindung des Buchdrucks ermöglicht es, neue Ideen in kurzer Zeit einer großen Anzahl von Menschen zugänglich zu machen. Zunächst ist es Martin Luther, dessen bahnbrechendes Gedankengut auf diesem Weg verbreitet wird, doch schon nach kurzer Zeit entwickeln andere Geistliche eigene reformatorische Ideen , wobei erbittert um diverse religiöse Fragen gerungen wird: Ist Christus beim Abendmahl physisch anwesend oder wird nur seiner gedacht? Ist die Taufe im Kindesalter sinnvoll oder sollte nur ein erwachsener Mensch sich aktiv für das Christentum entscheiden können ? Für zusätzlichen Sprengstoff sorgt die Bewegung der Wiedertäufer , die sich im zunächst ziemlich liberalen Straßburg verbreitet, jedoch schnell bekämpft wird.
Die Vertreter aller dieser Strömungen wenden sich an die Druckerei Prüß, um ihre Schriften auf den Markt bringen zu lassen und auch überregional zur Kenntnis zu bringen. Schon im 16.Jahrhundert werden alljährlich Bücher nach Frankfurt zur Messe verschifft. Religiöse Schriften, die nicht von der Zensurbehörde zugelassen sind, werden anonym gedruckt. Auch die Druckerei Prüß bringt solche Schriften heraus. Wenn die Büttel bei Durchsuchungen verdächtiges Material finden, werden die \"schuldigen\" Drucker eingekerkert und es bedarf schon besonderer Fürsprache durch einflussreiche Vertreter der Zunft, eine Freilassung zu erwirken.

Die Darstellung der Entwicklung der reformatorischen Bewegungen in Straßburg liest sich wie ein Who is who der Reformation, der Leser begegnet u.a. Reformatoren wie Martin Bucer und Matthäus Zell, dem Vertreter des mystischen Spiritualismus Sebastian Franck und dem Wiedertäufer Melchior Hoffman. Hier hätte ich mir neben dem informativen Nachwort der Autorin ein Personenverzeichnis der Reformatoren gewünscht, da es nicht immer einfach ist, die jeweiligen religiösen Strömungen und ihre Vertreter im Überblick zu behalten.
Von diesem Kritikpunkt abgesehen, möchte ich \"Die Buchdruckerin\" allen Lesern mit Interesse an religionsgeschichtlichen Fragestellungen und mit genügend Muße, sich für die Lektüre Zeit zu nehmen, empfehlen. Neben der religiösen Komponente ist das Buch auch wegen seiner faszinierenden Darstellung der Arbeitsabläufe in einer frühneuzeitlichen Druckerei lesenswert.


Nordlicht hat insgesamt 44 Rezensionen angelegt.

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Die Buchdruckerin

26.10.2010 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

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Straßburg um 1520

 

Margarethe Prüß ist die Tochter eines angesehenen Buchdruckers. Die Druckerei der Familie ist der Ort, an dem sie sich am liebsten aufhält. Von Kindesbeinen an hat sie dem Vater bei seiner Arbeit über die Schulter gesehen und versteht deshalb viel vom Buchdruck. Da sie ausserdem lesen und schreiben kann, darf sie die Bücher Korrektur lesen, beim Verkauf der gedruckten Werke helfen und dem Vater auch sonst zur Hand gehen. Margarethes Bruder Hans dagegen lässt sich in der Druckerei nur selten sehen und verbringt seine Tage lieber mit Freunden im Wirtshaus.

 

Als der Vater überraschend stirbt, gibt Hans das Geld mit vollen Händen aus und vernachlässigt die Druckerei. Doch in seinem Testament hat der Vater die Hälfte der Druckerei Magarethe übertragen. Ein erbitterter Streit um das Familienerbe entbrennt. Da es nicht üblich ist, dass Frauen eine Druckerei führen, erteilt die Handwerkszunft Magarethe Auflagen um ihr Erbe anzutreten. Sie muss innerhalb einer bestimmten Frist einen Drucker heiraten, der die Geschäfte für sie übernimmt. Doch das Glück scheint auf Magarethes Seite zu stehen, denn schon bald findet sie einen geeigneten Partner, dem ebenfalls sehr viel an der Druckerei und der jungen Buchdruckerin liegt. Das Schicksal lässt Margarethe allerdings nicht zur Ruhe kommen, denn es hält noch einige Wendungen bereit. Die Reformation belebt das Handwerk des Buchdrucks, da viele Schriften unter das Volk gebracht werden müssen. Doch auf die Drucker lauern dabei einige Gefahren, denn selbst Schriften, die an einem Tag durch die Zensur freigegeben werden, können am nächsten Tag als ketzerisch gelten und den Drucker in den Kerker bringen.

 

Meine Meinung


Im Nachwort erfährt man, dass die Buchdruckerin Margarethe Prüß tatsächlich im damaligen Straßburg gelebt hat und im Bürgerbuch der Stadt erwähnt wird. Die Hauptprotagonistin zählt zu den wichtigsten Druckern der Wiedertäufer in Straßburg. Es handelt sich um eine Romanerzählung bei der zwar einiges erfunden ist, die sich allerdings trotzdem so genau wie möglich an den historischen Begebenheiten und Fakten orientiert.

 

Detailliert und gut recherchiert beschreibt Sabine Weiss den Alltag und die Arbeitsbedingungen in der Druckerei. Man erfährt ausserdem etwas über die Handwerkszünfte, ihre Regeln und den Einfluss den die Zünfte ausüben konnten. Es gelingt der Autorin das historische Straßburg so zu beschreiben, dass man sich das emsige Treiben in den Gassen oder vor dem Münster lebhaft vorstellen kann. Die Beschreibungen sind detailliert, aber keinesfalls langatmig. Im Gegenteil, sie lassen die Handlung glaubwürdig und lebendig wirken.

 

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann mühelos in die Handlung eintauchen und ihr problemlos folgen. Selbst die Beschreibungen der damalig angewendeten Drucktechniken und auch die eher trockenen Fakten der Reformation sind gut recherchiert und als Teil der Handlung ansprechend und interessant geschildert.  Die Hauptprotagonistin Margarethe wirkt, im Gegensatz zu anderen weiblichen Protagonistinnen im historischen Genre, authentisch. Obwohl sie die Buchdruckerei erbt, kann sie das Handwerk nicht ohne Mann ausüben und muss sich an die Auflagen der Zunft halten. Margarethe ist keine typische Heldin, denn sie hat durchaus ihre kleinen Schwächen, aber gerade diese lassen sie sympathisch und glaubhaft wirken.

 

Auch in diesem Roman darf natürlich die Liebe nicht fehlen. In dieser Hinsicht hält das Schicksal einige Überraschungen für Margarethe bereit. Dennoch hält sich die Liebesanteil wohltuend zurück und lässt dem historischen Bereich genug Raum.  Das Buch erzählt die Geschichte eines außergewöhnlichen Frauenschicksals und wirkt dabei nicht überladen und klischeehaft, sondern glaubwürdig.

 

Mein Fazit


Insgesamt gesehen hat mir dieser historische Roman sehr gut gefallen. Besonders interessant fand ich, dass die Hauptprotagonistin Margarethe Prüß tatsächlich als Buchdruckerin in Straßburg gelebt hat und man erfährt, wie aufwendig Bücher zur damaligen Zeit hergestellt wurden und welche Risiken die Drucker dabei manchmal eingingen. Die Buchdruckerin ist ein gut recherchierter und lebendig erzählter historischer Roman, den ich gerne weiterempfehle.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.

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Lebendige Erzählweise

29.10.2010 Bewertung:  5 goat vergibt 10 von 10 Punkten

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Als absolute Leseratte habe ich mich gerade über diesen Roman ganz besonders gefreut. Ein Buch über Bücher ist dann natürlich ein absolutes \"must have\". Schon das Cover ist optisch hübsch gestaltet. Eine junge Frau, die am Tisch sitzt und in einem Buch liest. Vor ihr liegen noch ein paar Bücher und man kann ein Tintenfass und ein Geldsäckchen erkennen. Im Hintergrund sieht man die Kathedrale einer Stadt. Bezogen auf die Geschichte passt das Cover schon recht gut. Auf der Innenseite der Buchdeckel befinden sich zwei wunderschöne gezeichnete Karten von Straßburg in Farbe. Der Roman besteht aus 18 Kapiteln, die sich zusammen mit dem Epilog auf 508 Seiten verteilen. Es sind also recht lange Kapitel. Das Buch beginnt im Jahre 1510 und endet im Jahre 1542.

Durch diese Zeit hinweg begleitet der Leser die Protagonistin Margarethe Prüß. Diese erbt zusammen mit ihrem Bruder nach dem Tod ihres Vaters die Druckerei. Zu der damaligen Zeit war es für eine Frau natürlich noch unmöglich, alleine einen Beruf auszuüben. Um das Erbe nicht zu gefährden, muss sie also heiraten. Da Margarethe mit einer eigenen Druckerei eine gute Partie ist, gibt es natürlich einige heiratswillige Kadidaten in der Zunft. Als Margarethe sich für Reinhard Beck, den Gesellen ihres Vaters, den sie schon länger liebt, entscheidet, macht sie sich einige Feinde.

Das Glück ist jedoch nicht von langer Dauer. Als sie ihren Mann verliert, muss Margarethe erneut heiraten, um die Druckerei halten zu können und ihre fünf Kinder zu ernähren. Doch sie gerät an einen Mann, der der festen Überzeugung ist, dass eine Frau an den Herd gehört und nicht in die Druckerei. Für die selbständige Margarethe eine Rolle, in die sie sich gar nicht einfügen kann. Der Ärger ist vorprogrammiert, zumal ihr Mann ein überzeugter Reformator ist. Obwohl für Margarethe durch die letzte komplizierte Entbindung Lebensgefahr besteht, geht aus dieser Ehe auch noch ein Kind hervor. Kurz darauf kommt ihr Ehemann bei einem Brand ums Leben.

Mit ihrem dritten Ehemann bekommt Margarethe endlich die Unterstützung, die sie braucht und sie blüht auf. Doch die Zeiten sind schlecht, denn selbst Drucke, die durch die Zensur gekommen sind, können am nächsten Tag schon verboten sein und bei Beschlagnahme droht der Aufenthalt im Kerker ...

Sabine Weiss hat einen flüssigen und lebhaften Schreibstil, so dass ich ständig mitgefiebert habe. Das Leben der Frauen war damals schon nicht leicht. Aber in der Zunft der Drucker war es alleine schon riskant durch das, was gedruckt wurde. Gerade zu Zeiten der Reformation. Neben der fiktiven Geschichte gibt es auch reale Personen, die zu der Zeit gelebt und gewirkt haben. Die Autorin hat sehr gut recherchiert und das betrifft vor allen Dingen das Drucken von Büchern. Der Leser erfährt sehr viel über die damaligen Techniken.

Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht, das Leben der Margarethe Prüß zu begleiten. Durch die Vielzahl der Figuren, die in dem Roman auftauchen hätte ich mir allerdings ein Personenverzeichnis gewünscht. Gerade bei den Reformatoren bin ich manches Mal ins Straucheln geraten. Trotzdem bekommt \"Die Buchdruckerin\" von mir die volle Punkzahl. Die lebendige Erzählweise und die Ausarbeitung der einzelnen Figuren sind beispielhaft und haben mich überzeugt.


goat hat insgesamt 193 Rezensionen angelegt.

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Historisch gut ausgearbeitet und spannend erzählt. neu

24.01.2012 Bewertung:  4.5 killerbiene75 vergibt 9 von 10 Punkten

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Margarethe ist in einer Druckerei aufgewachsen und ihr Vater hat ihr alles beigebracht. Daher liebt sie die Druckerei über alles. Als ihr Vater stirbt erbt sie die Hälfte der Druckerei. Die andere Hälfte erbt ihr Bruder. Margarethe muss schnell heiraten, da es Frauen nicht erlaubt ist eine Druckerei allein zu betreiben.

Meinung:
Die Geschichte wird sehr gut erzählt. Die Beweggründe der Hauptpersonen sind alle sehr verständlich und auch menschlich. Hier ist keiner der großartige Held. Es wird einfach von dem Leben der Druckerin erzählt, die die Liebe Ihres Lebens heiratet. Auch Schicksalsschläge gibt es in diesem Buch und als die Pest ausbricht flieht die Protagonistin mit Ihrer Familie in eine andere Stadt und lässt eine Magd die eigene Tante pflegen. Ich finde es sehr gut, dass margarethe nicht als absolut unantastbare Heldin dargestellt wird. Auch sie macht Fehler und reagiert sehr menschlich. Der historische Hintergrund (Glaubensstreit durch Luther) und die historische Buchdruckerei sind sehr gut recherchiert und alles in allem liest sich die Geschicht einfach gut. Man mag nicht mehr aufhören zu lesen.

Fazit:
Eine schöne Familiengeschichte mit einem historisch gut ausgearbeiteten Hintergrund.


killerbiene75 hat insgesamt 17 Rezensionen angelegt.

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