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Historischer Roman: Die Tortenbäckerin
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Titel:      Die Tortenbäckerin
Kategorien:      Historischer Roman
BuchID:      1836
Autor:      Brigitte Janson
ISBN-10(13):      3548282598
Verlag:      Ullstein
Publikationsdatum:      2011
Edition:      Taschenbuch
Number of pages:      0
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
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Beschreibung:     

Hamburg, 1895: Die junge Greta hat großes Talent zum Kochen, und zwischen Töpfen und Pfannen fühlt sie sich am wohlsten. Als sie ihre Stellung als Hilfsköchin verliert, ist sie verzweifelt. Doch Siggo, ein Fuhrunternehmer, vermittelt ihr Aufträge, und seine Mutter bringt ihr das Konditorhandwerk bei. Bald sind ihre Torten in der ganzen Stadt beliebt, und Greta könnte glücklich sein − gäbe es da nicht ein großes Geheimnis, das auf ihrer Seele lastet und Siggos Liebe zu ihr unmöglich macht.

   
 

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Rezensionen
22.01.2011 23.04.2011 05.07.2011
Ein schöner Roman für kalte Winterabende

22.01.2011 Bewertung:  3.5 horrorbiene vergibt 7 von 10 Punkten

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Zum Inhalt: Greta ist im vornehmen Hause Hansen bei ihrer Tante Mathilde als Köchin in die Lehre gegangen. Dort hat sie schnell Freundschaft mit dem jüngsten Sohn Christoph geschlossen, aus der sich bald eine zarte Liebe entwickelte. Doch diese mögliche Verbindung sehen die Hansens nicht gern und so wird Christoph kurzerhand nach Deutsch-Ostafrika zur Gründung einer Bankfiliale abgeschoben und Greta verliert ihre Stellung, da sie nun nicht mehr gebraucht wird. Völlig verzweifelt läuft sie Siggo vor das Fuhrwerk...

Meine Meinung: Die Tortenbäckerin ist ein solider historischer Roman, dessen Hauptperson Greta sich im Laufe des Werkes von einer schüchternen unscheinbaren Hilfsköchin zu einer selbstständigen jungen Frau entwickelt, die sich zunächst einen guten Ruf als Leihköchin macht und dann einen eigenen Lieferservice mit Hilfe Siggos und seiner Familie gründet. Siggo ist ebenfalls ein interessanter Charakter: Von der ersten Sekunde an, als Greta ihm vor das Fuhrwerk lief, hegte er zarte Gefühle für sie, die bald zu Liebe wurden. Doch noch ist Gretas Herz anderweitig vergeben und Siggo geht auf verschiedene Weise damit um. Seine Stimmung schwankt zwischen hoffnungsvoll und verzweifelt und dieser Wechsel zieht sich durch das gesamte Buch.
Das Buch fängt die Stimmung Hamburgs im 19. Jahrhundert hervorragen ein. Dies wird durch die Dialoge mit typisch norddeutschen Begriffen wie mien Deern\" oder der Lütte\" wunderbar abgerundet. Ich habe mich wirklich in das winterlich-kalte Hamburg versetzt gefühlt. Der Schreibstil ist dabei leicht und flüssig. Ein Buch für schön kalte Winterabende eingekuschelt mit einer Wolldecke auf dem Sofa.
Meine Erwartungen an das Buch wurden durch den Titel in eine bestimmt Richtung gelenkt. Ich dachte, Greta würde nun eine Ausbildung zur Konditorin anstreben und sich damit selbstständig machen. Doch die wunderbar detailliert beschriebenen Griffe des Kochhandwerks wurden auf das Backen der Torten nicht übertragen. Sicher ist Greta am Ende selbstständig in ihrem Handwerk tätig, doch die Detailverliebtheit, die ich mir gewünscht hätte fehlt. Ihr Berufsleben steht eindeutig hinter den Problemen in ihrem Privatleben hintenan, denn genau darauf liegt der Schwerpunkt in diesem Buch. Greta hat ein großes Geheimnis, von dem zunächst nur Christoph etwas weiß, doch dieser ist schnell in Afrika und nun steht sie allein auf weiter Flur und mag sich niemandem anvertrauen, bis Siggo ihr Vertrauen gewinnen kann. Dies ist zwar ohne Frage auch sehr interessant gewesen zu lesen und ich habe auch unbedingt wissen wollen, wie es nun mit Greta, ihrem Geheimnis und Siggo weitergeht, dennoch ist der Funke nicht ganz übergesprungen. Das liegt wahrscheinlich am Titel, der bei mir andere Erwartungen geweckt hat, denn wie bereits gesagt, viele Torten hat sie nicht gebacken in diesem Buch. Im Gegenteil, ihr Lieferservice bot vorwiegend ganze Menüs an und die Torten nur als Dessert. Doch die schöne Atmosphäre und die interessante Haupthandlung gleichen diesen Kritikpunk ein wenig aus.
Dafür gibt es beinahe für jedes erwähnte Gericht ein Rezept am Ende des Buches. Nur eines fehlt, da es (noch) nicht existiert, für diese Torte ist ein Rezept-Wettbewerb ausgeschrieben.

Fazit: Dieser historische Roman spiegelt wunderbar das winterliche Hamburg im Jahre 1895 wieder und hat eine schöne erzählerisch dichte Handlung. Man erlebt die Entwicklung Gretas von der einfachen Hilfsköchin zur Selbstständigen hautnah mit, wenn auch Details über das Backen/Kochen leider nicht so häufig zu finden sind, wie es der Titel vermuten lässt.


horrorbiene hat insgesamt 42 Rezensionen angelegt.

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Absolut lecker!

23.04.2011 Bewertung:  5 Annibunny vergibt 10 von 10 Punkten

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seufz welch ein Fehler, das Buch erst um 8 Uhr abends anzufangen - da ich es in einem Rutsch durchgelesen hab, kam ich entsprechend spät erst zu Bett, aber es hat sich gelohnt!
Das war meine erster historischer Roman, der zu der Beginn der Moderne spielt und die Scheu der Menschen vor allem Neuen wie Autos und Elektrizität fand ich toll dargestellt. Außerdem musste ich bisher nur Bücher ertragen, in denen das Sächsische, das Berlinerische oder noch schlimmer: das Bayerische den Lokalkolorit untermalte, aber hier fühlte ich mich als Norddeutsche gleich geborgen, wenn jemand mit \"mien Deern\" angesprochen wurde. =)
Die Charaktere selbst sind fast durch die Bank weg zum Knuddeln und Herzen und mir gefällt es auch, dass hier mal einmal nicht so brutal auf den Grausamkeiten rumgeritten wird - das mag vielleicht ein verklärter Blick sein, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, hier eine Mischung zwischen dem \"klassischen\" historischen Roman und einem Nackenbeißer zu lesen - und da mir beide Genres gut gefallen, war ich von der Tortenbäckerin besonders begeistert.


Annibunny hat insgesamt 3 Rezensionen angelegt.

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Zuckersüße Liebesgeschichte

05.07.2011 Bewertung:  3 KimVi vergibt 6 von 10 Punkten

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Gemeinsam mit ihrer Tante Mathilde arbeitet die junge Greta Voss als Hilfsköchin im Haushalt der angesehenen Familie Hansen. Greta träumt davon, dass Christoph, der jüngste Sohn der Hansens, zu ihrer gemeinsamen Liebe stehen und sie bald heiraten wird. Als Christoph plötzlich nach Deutsch-Ostafrika geschickt und Greta von den Hansens entlassen wird, bricht eine harte Zeit für die junge Frau an. Denn sie muss nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre kranke Mutter sorgen. Zufällig lernt sie den Fuhrunternehmer Siggo kennen. Siggo ist sofort begeistert von Greta und versucht ihr bei der Arbeitssuche zu helfen. Durch seine Vermittlungen kann sie bald als Leihköchin in verschiedenen Haushalten arbeiten. Auch mit Siggos Mutter versteht sich Greta auf Anhieb. Bei ihr lernt sie das Konditor-Handwerk. Obwohl sie gut mit Siggo und seiner Familie auskommt, gehört ihr Herz noch immer Christoph Hansen. Denn Christoph ist der einzige Mensch, der Gretas Geheimnis kennt...

 

Meine Meinung


Gretas Geschichte spielt im Jahre 1895 in Hamburg. In ihrem ersten historischen Roman ist es der Autorin wunderbar gelungen, die Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen und an den Leser zu vermitteln. Durch die detaillierten, aber keinesfalls ausufernden, Beschreibungen fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt und meint schon fast das Klappern der Pferdefuhrwerke zu hören. Es fällt leicht, sich die beschriebenen Handlungsorte und die agierenden Personen vorzustellen. Der Einstieg in die Handlung gelingt dadurch mühelos.

 

Aufgrund der Covergestaltung und des Buchtitels hatte ich erwartet, Greta häufiger am Backofen, beschäftigt mit neuen Tortenkreationen, anzutreffen. Dieser Teil der Handlung ist allerdings eher nebensächlich und nimmt leider deutlich weniger Raum als erhofft ein. Auch die Experimentierfreudigkeit beim Kochen, die Greta am Anfang des Buchs zeigt, tritt immer mehr in den Hintergrund, um einer vorhersehbaren Liebesgeschichte zu weichen. Greta wird vom Schicksal arg gebeutelt. Dabei bleibt kaum ein Klischee unbedient. Da sich selbst größere Probleme innerhalb kürzester Zeit in Luft auflösen, wirkt die Erzählung stellenweise sehr unglaubwürdig. Auch die Protagonisten können leider nicht durchgehend überzeugen. Man kann sie sich, aufgrund der liebevollen Beschreibungen, zwar bildlich vorstellen. Doch im Buch trifft man häufig auf Personen, die eigentlich viel zu gut für diese Welt sind und allein durch ihre Anwesenheit Freude und Glückseligkeit verbreiten. Auf der anderen Seite wird man mit extremen Bösewichten konfrontiert, deren einziges Streben darin zu bestehen scheint, den Hauptprotagonisten das Leben schwer zu machen. Diese Einteilung lässt die Handlung manchmal sehr konstruiert wirken.

 

Der Schreibstil ist allerdings sehr flüssig und angenehm lesbar. Deshalb kann man dem Gelesenen mühelos folgen. \"Die Tortenbäckerin\" ist sicher empfehlenswert, wenn man gerne zuckersüße Liebesgeschichten mit historischer Hintergrundkulisse liest. Wenn man allerdings auf einen historischen Roman hofft, in dem man einer engagierten Tortenbäckerin bei der Herstellung ihrer leckeren Kreationen über die Schulter schaut, dann könnte man etwas enttäuscht werden.

Ich vergebe drei von fünf Bewertungssternen, da ich mich, trotz der genannten Kritikpunkte, beim Lesen gut und mühelos unterhalten habe.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.

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