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Historischer Roman: Die Vergolderin
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Titel:      Die Vergolderin
Kategorien:      Historischer Roman
BuchID:      1927
Autor:      Helga Glaesener
ISBN-10(13):      3471300074
Verlag:      List Hardcover
Publikationsdatum:      2011-03-11
Edition:      Hardcover
Number of pages:      464
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
Bild:      cover           Button Buy now



   
 

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Rezensionen
20.03.2011 05.07.2011 09.02.2012
Spannender historischer Roman

20.03.2011 Bewertung:  4 KimVi vergibt 8 von 10 Punkten

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Das Jahr 1602 ist kein gutes Jahr für die Familie Weißvogel aus Osnabrück. Der Vater, ein Goldschmied, wird zum Fälscher. Er verwendet statt reinem Gold überzogenes Kupfer. Doch der Betrug wird entdeckt. Nach einer Gerichtsverhandlung wird er ausgepeitscht und mit der gesamten Familie aus der Stadt vertrieben. Auf der Flucht begeht der Vater Selbstmord. Wenig später stirbt die Mutter. Kurz vor ihrem Tod nimmt sie ihrer Tochter Elisabeth das Versprechen ab, sich künftig um das Wohl ihrer Geschwister Marga und Christian zu kümmern. Die drei Waisen schlagen sich bis nach Braunschweig durch. Dort lebt ihr Großvater. Er ist ebenfalls Goldschmied und nimmt seine Enkel notgedrungen bei sich auf. Die drei versuchen ihm nicht zur Last zu fallen, denn ihre Angst, das Dach über dem Kopf zu verlieren, ist groß. Obwohl es gegen die Regeln der Handwerksgilde verstößt geht Elisabeth ihrem Großvater in der Werkstatt zur Hand. Niemand darf davon erfahren, denn Frauen ist die Ausübung dieses ehrbaren Berufs strengstens verboten. Eines Nachts beobachtet Elisabeth einen hinterhältigen Überfall. Ein geheimnisvoller blinder Mann hilft ihr dabei unentdeckt zu bleiben. Schon bald treffen die beiden erneut aufeinander. Ungewollt gerät Elisabeth dabei zwischen die Fronten einer Familienfehde.

 

Meine Meinung


Der Einstieg in diesen historischen Roman gelingt durch den lebendigen Schreibstil der Autorin mühelos. Aufgrund der detaillierten Beschreibungen fällt es leicht, sich die Handlungsorte und Protagonisten vorzustellen. Das harte Schicksal der drei Geschwister und die ständige Gefahr, in der sie sich befinden, wird glaubhaft dargestellt. Auf Elisabeths Schultern ruht die Verantwortung für die Geschwister. Sie wirkt besonders sympathisch in ihrem Bemühen, die Familie durch diese harten Zeiten zu bringen. Ihre Schwester Marga sieht das ganz anders. Sie lässt keine Gelegenheit aus Elisabeth in den Rücken zu fallen und sich selbst ins rechte Licht zu rücken. Marga wirkt zänkisch und undankbar. Man kann sich beim Lesen gut in Elisabeth Lage versetzen und leidet mit ihr mit. Diese Darstellung wirkt auch nicht zu übertrieben, sondern glaubhaft und nachvollziehbar.

 

Obwohl der Titel des Buchs einen intensiven Einblick in die Arbeit der damaligen Goldschmiede verspricht, kommt dieser Aspekt ein wenig zu kurz. Die Gepflogenheiten innerhalb der Handwerkszünfte, die harte Ausbildung der Lehrlinge und einige von Elisabeths Arbeiten werden durchaus beschrieben, doch nicht in dem Umfang, den der Buchtitel vermuten lässt.

 

Im Verlauf der Handlung muss sich Elisabeth allerdings nicht nur mit der zänkischen Schwester, dem brummeligen Großvater und den Sorgen um die Ausbildung des Bruders beschäftigen. Zufällig wird sie Zeugin eines Überfalls und gerät dadurch zwischen die Fronten einer erbitterten Familienfehde. Sie wird zur Schachfigur in einem Bruderkrieg und hat wenig Hoffnung, dabei unversehrt zu bleiben. Als Frau ist sie der Willkür der Männer ausgesetzt und nahezu rechtlos. Elisabeth weiß nicht, wem sie noch trauen kann. Sie schwebt schon bald in großer Gefahr und ist von Neid, Intrigen und Verrat umgeben. Durch überraschende Wendungen bleibt die Handlung durchgehend spannend, sodass man förmlich über die Seiten fliegt und das Buch nur ungern zur Seite legt.

 

In diesem historischen Roman kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Doch von allzu romantischen Verwicklungen bleibt man verschont. Elisabeths Liebesleben drängt sich  nicht zu sehr in den Vordergrund. Denn die spannende Fehde, die ungeahnte Ausmaße annimmt, bildet das Zentrum der Handlung. Dabei trifft man auf zahllose Bösewichte, die einige Klischees bedienen. Dennoch macht es Spaß den lebendigen Schilderungen der Autorin zu folgen.

 

Ich habe spannende Lesestunden mit diesem historischen Roman verbracht und mich dabei nicht einen Moment gelangweilt. Deshalb empfehle ich das Buch gerne weiter und vergebe vier von fünf möglichen Bewertungssternen. Den einen ziehe ich ab, da mir die Handlung an einigen Stellen zu klischeehaft war.


KimVi hat insgesamt 226 Rezensionen angelegt.

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Die Vergolderin - Spannung mit wenig Gewalt

05.07.2011 Bewertung:  4 Caro1893 vergibt 8 von 10 Punkten

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Zum Inhalt:

Die junge Elisabeth wird zusammen mit ihrer Familie aus ihrer Heimatstadt Braunschweig vertrieben, da ihr Vater des Betrugs überführt wird. Gemeinsam versuchen sie sich durchzuschlagen. Doch als kurz nacheinander sowohl ihr Vater, als auch ihre Mutter sterben, steht Elisabeth mit ihren beiden Geschwistern alleine da. Die drei machen sich auf den Weg zu ihrem Großvater, der sie zwar aufnimmt, aber alles Andere als gütig ist. Elisabeth möchte deswegen heimlich ihr eigenes Geld verdienen und erhält dabei Unterstützung von ihrem Jugendfreund Berthold aus Braunschweig. Dieser versorgt sie immer wieder mit Goldblättchen, damit Elisabeth Spiegelrahmen verziehren kann. Nach einem Treffen mit Berthold gerät Elisabeth im Wald plötzlich in große Gefahr. Ein Unbekannter bewahrt sie vor einem schlimmen Schicksal und rettet ihr das Leben. Dass diese Begegnung weitreichendere Folgen haben wird, ahnt Elisabeth zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ihr Leben ändert sich durch diese Begengung nämlich um 100 Grad und Elisabeth hat plötzlich Feinde in der eigenen Familie. Wird sie sich weiterhin als Vergolderin durchschlagen können? Und was passiert mit ihrer großen Liebe Berthold und ihrem unbekannten Retter?


Meine Meinung:
Die Leseprobe auf Vorablesen.de fande ich toll, deswegen habe ich mich auch sehr über den Gewinn gefreut. Als ich das Buch dann allerdings daheim hatte und anfangen habe, war es plötzlich gar nicht mehr so spannend. (Was aber vielleicht auch daran lag, dass ich den kompletten Teil, den ich schon als Leseprobe gelesen hatte, nochmal gelesen habe.) Ich habe das Buch für einige Zeit zur Seite gelegt, weil ich einfach keine Lust mehr hatte. Großer Fehler!!! Denn als ich es nach einer Weile wieder zur Hand genommen habe und weitergelesen habe, ist die Geschichte richtig klasse und spannend geworden.

\"Die Vergolderin\" hat alles, was man sich von einem historischen Roman wünscht. Liebe, Intrigen, Machtkämpfe, Verzweiflung und natürlich ein Happy End. Was ich dem Buch dabei hoch anreche ist, dass es mit nur sehr wenig Gewalt auskommt. Klar es stirtb mal jemand und mit den Leuten wird auch nicht gerade zimperlich umgegangen, jedoch kommt es zu keiner Vergewaltigung.(Es wird zumindest keine näher beschrieben) Auch gibt es keine ausgiebigen Sexszenen. Es stört mich zwar nicht, wenn historische Romane (besonders die aus dem Mittelalter) relativ gewaltätig sind und auch Vergewaltigungen und Liebesszenen detailiert beschreiben (Die Wanderhure, Säulen der Erde usw.). Allerdings habe ich es als sehr angenehm empfunden, dass \"Die Vergolderin\" mit nur so wenig Gewalt auskommt und trotzdem total spannend ist. Die Spannung liegt hierbei auch eher bei den Intrigen und Machtkämpfen, wie bei Vergewaltigungsszenen und Gewalt.

\"Die Vergolderin\", das war für mich auch ein völlig neues Thema. Ich finde es immer wieder spannend zu lesen, wie schwer es Frauen früher hatten, arbeiten zu gehen und dass es ihnen praktisch unter Strafe verboten war. Elisabeth ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sich gegen die Männer durchsetzt und ihren eigenen Weg gehen will.

Die Protagonisten sind alle sehr stark gezeichnet und sehr authentisch und glaubwürdig. Jeder ist auf seine Weise anders und jeden kann man auch auf seine Weise verstehen. Allein der kleine Bruder Christian ging mir stellenweise etwas auf die Nerven, da er sich mit seinen 12 Jahren doch noch sehr wie ein kleines Kind behandeln und rumkommandieren ließ. (Wenn ich da an meinen Bruder denke, als der 12 war, puh mit dem hätte man nicht so umgehen dürfen.)

Die Geschichte bleibt bis zum Ende spannend und dramatisch und obwohl man als Leser ja schon ahnt wie die Geschichte ausgehen wird, gibt es einige spannende Wendungen und manch Geheimnisse, die man unbedingt gelöst haben möchte.

Der Schreibstil ist toll und leicht zu lesen und macht es einfach die Geschichte in einem Rutsch durchzulesen.

Fazit:
Spannender historischer Roman, der mit wenig Gewalt auskommt und dabei trotzdem ungemein fesselt.


Caro1893 hat insgesamt 5 Rezensionen angelegt.

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Eine Frau zwischen den Fronten

09.02.2012 Bewertung:  4 allegra vergibt 8 von 10 Punkten

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Inhalt (Klappentext)

 

Elisabeth Weißvogel hat ihren eigenen Kopf, und der bringt sie immer wieder in Gefahr. Seit dem Tod ihrer Eltern muss sie für ihre beiden Geschwister sorgen. Von ihrem Vater hat sie das Vergolden gelernt. Sie ist eine Meisterin im kunstvollen Fertigen von Goldrahmen und Figuren, die sie an der Gilde vorbei von ihrem Geliebten Berthold verkaufen lässt. Die Öffentlichkeit darf nichts davon erfahren, denn Frauen ist diese Arbeit nicht erlaubt. Elisabeth liebt dieses anspruchsvolle Handwerk und träumt davon, eines Tages ihr Talent nicht mehr verstecken zu müssen. Doch die herrschenden Männer in Braunschweig haben nichts übrig für die Träume der jungen Frau. Dann gerät Elisabeth zwischen zwei verfeindete Brüder. Einer ist ein wohlhabender Kaufmann, der andere ein mächtiger Gildemeister. Gegen ihren Willen wird sie immer tiefer in die Familienfehde hineingezogen. Ihr kleiner Bruder soll plötzlich ein Dieb sein und sie selbst eine Hure. Versucht ihre Schwester, sie aus Neid ans Messer zu liefern? Elisabeths Leben liegt in Scherben, und nur ein Wunder kann ihr noch helfen.

 

Eigene Meinung

 

Elisabeth, die ihrer sterbenden Mutter das Versprechen gegeben hat, dass sie sich um ihre Geschwister Marga und Christian kümmern wird, ist eine begabte Goldschmiedin und Vergolderin. Die Kinder finden bei ihrem Großvater Franz Weißvogel Unterschlupf, der sie allerdings nur widerwillig aufnimmt. Er erkennt aber bald, dass er auf sie angewiesen ist. Seine Hände zittern immer stärker, sodass er das Goldschmiedehandwerk nicht mehr ausüben kann. So arbeitet Elisabeth in seiner Werkstätte und Marga versorgt den Haushalt.

Längerfristig stellt der zwölfjährige Christian eine große Hoffnung für die Familie dar. Wenn er das Goldschmiedehandwerk erlernen kann, wird er seine Geschwister später ernähren können. Aber erst muss eine Lehrstelle für ihn gefunden und das Lehrgeld bezahlt werden. Dafür und für Margas Mitgift spart Elisabeth das Geld, das sie durch den Verkauf von kunstvoll vergoldeten Spiegelrahmen verdient.

 

Der Titel, sowie der Umschlag, den ein Ausschnitt aus Jan Vermeers Gemälde „Frau mit Waage“ ziert, lassen einen historischen Roman erwarten, der das Handwerk des Goldschmieds und des Vergoldens im Mittelpunkt hat. Je weiter die Geschichte voranschreitet rückt aber immer mehr ein Bruderzwist ins Zentrum zwischen dem Kaufmann Martin Clavius und seinem Halbbruder, dem machtgierigen Goldschmied Gregor Rudel. Elisabeth gerät zunehmend zwischen die Fronten und ihr guter Ruf ist zunehmend in Gefahr, weil Gregor Rudel alle Mittel recht sind.

 

Historisch ist der Roman eingeordnet in die Jahre 1602 bis etwa 1604 in Braunschweig. In den Wäldern rund um die Stadt verbreitet der sagenumwobene Räuber Lippold mit seiner Bande Angst und Schrecken. Im Roman erwähnt ist Henning Brabandt, der mit seinen „Bürgerhauptleuten“ der ärmeren Stadtbevölkerung zu mehr Mitspracherechten verhelfen konnte. Er stand im Verdacht mit dem verfeindeten Herzog Julius Heinrich in Kontakt zu stehen und wurde im Jahre 1604 unter schwerer Folter verurteilt und hingerichtet. An zwei Stellen wird das im Buch kurz erwähnt, aber leider nicht weiter ausgeführt.

 

Der Roman ist sprachlich ansprechend und mitreißend geschrieben. Die Autorin erfreut den Leser mit einer guten Mischung aus Gefühl und Spannung. Die Beschreibung der Schauplätze und der Handwerksgerätschaften ist abwechslungsreich, anschaulich und kenntnisreich.

Die Personen sind für meinen Geschmack leider zu sehr in Richtung gut – böse herausgearbeitet. Elisabeth, mit der der Leser mitfiebert, ist eine sehr schöne Frau, durchwegs sympathisch und zuverlässig, während ihre Schwester Marga nicht nur rein äußerlich weniger positiv wegkommt, sie ist vor allem als verbiestert, griesgrämig, egoistisch und oberflächlich dargestellt. Die entsprechende Konstellation kann man zwischen den Brüdern Martin und Gregor erkennen. Leider entbehrt auch die Figur von Elisabeths Geliebtem Berthold jeglicher Tiefe und der zwölfjährige Christian ist so brav, tapfer und zuverlässig, dass es einen fast schmerzt in der Brust.

 

Die Handlung ist in Bezug auf die Entwicklung der Beziehungen zwischen den Hauptpersonen zwar relativ absehbar, die Verwicklungen auf dem Weg dahin sind aber unerwartet und sie halten die Spannung aufrecht. Das Happy End um Martin Clavius ist für mich persönlich etwas zu dick aufgetragen, aber es war wohl nötig für den Fortgang der Geschichte. Etwas vermisst habe ich den Großvater Weißvogel im zweiten Teil. Möglicherweise habe ich überlesen, was aus ihm geworden ist.

 

Im Cover hinten und vorne ist ein alter Stadtplan der Stadt Braunschweig abgedruckt, was mir sehr gut gefällt. Leider habe ich die Schauplätze des Romans darauf nicht wirklich nach verfolgen können; das kann aber daran liegen, dass ich die alte Schrift nicht leicht lesen kann.

 

Mein Fazit:

 

Mit dem vorliegenden Roman ist Helga Glaesener ein solider, spannender historischer Roman nach bewährter Machart gelungen. Ich fühlte mich auf sehr angenehme Weise unterhalten und bin sehr gerne in die Welt des 17. Jahrhunderts in Braunschweig eingetaucht. Allerdings würde ich ihn nicht zu den besten historischen Romanen zählen, die ich gelesen habe, weil mir etwas an historischer Tiefe fehlt und die Charaktere nicht realistisch genug gezeichnet sind. Als reine Unterhaltung ist „Die Vergolderin“ aber auf jeden Fall empfehlenswert.

 


allegra hat insgesamt 31 Rezensionen angelegt.

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