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Historischer Roman: Der Eid der Kreuzritterin: Historischer Roman
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Titel:      Der Eid der Kreuzritterin: Historischer Roman
Kategorien:      Historischer Roman
BuchID:      2002
Autor:      Ricarda Jordan
ISBN-10(13):      9783404164806
Verlag:      Bastei Lübbe (Bastei Verlag)
Publikationsdatum:      2011-10-27
Edition:      5
Number of pages:      544
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

3.5 
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Beschreibung:      Product Description
Der Eid der Kreuzritterin
   
 

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Rezensionen
03.05.2011
Der Kreuzzug der Unschuldigen

03.05.2011 Bewertung:  3.5 metAlpAnda vergibt 7 von 10 Punkten

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Jede Menge Literatur beschäftigt sich mit den Kreuzzügen. Ein mir bis dato unbekanntes, aber sehr interessantes Thema behandelt Ricarda Jordan (auch als Sarah Lark bekannt, richtiger Name Christiane Gohl) in ihrem historischen Roman „Der Eid der Kreuzritterin“.

Die Handlung spielt im Jahre 1212. Am Anfang lernt der Leser unterschiedliche Charaktere kennen, die zunächst keine Gemeinsamkeiten aufweisen. Gisela wird vom Minnehof zurück auf die Heimatburg gerufen, weil sie verheiratet werden soll. Konstanze ist seit einigen Jahren im Kloster und lernt dort nicht nur die Grundzüge der Heilkunde, sondern auch fremde arabische Sprache, da eine der Nonnen aus dem Orient stammt. Armand ist im Auftrag der Templer nach Europa unterwegs. Malik, Sohn des Sultans von Alexandria, wird von seinem Vater ebenfalls nach Europa geschickt...
Am Anfang wirkt die Handlung durch die vielen Stränge etwas schleppend und ermüdend. Doch schon bald finden sich die Charaktere nach und nach zusammen.
In Köln startet ein Kreuzzug. Dieser soll anders als die vorherigen ohne Waffen stattfinden. Die  Kinder sollen vor den Toren Jerusalems alleine durch ihr unschuldiges Erscheinungsbild die Sarazenen bekehren. So predigt Nikolaus, der Anführer des Kinderkreuzzuges.
Auf dem Weg nach Jerusalem stehen sich den Pilgern viele Schwierigkeiten im Weg: Hunger und Wetter setzen den Kleinen zu, die Alpen müssen überquert werden, und dann ist da ja noch das Meer – dieses soll sich jedoch teilen, das propagiert Nikolaus und eine Großzahl der Pilger glaubt ihm.

Es ist nicht genau erforscht, ob der Kinderkreuzzug tatsächlich stattfand, hierzu gibt es zu wenig glaubhafte Quellen, die es belegen. Doch Ricarda Jordan hat sich an die wenigen bekannten Fakten und Überlieferungen gehalten, wie das Nachwort bezeugt sowie auch meine anschließende Recherche ergab, und drumherum eine interessante Geschichte erfunden, indem sie einige fiktive Personen diesem Kreuzzug hinzugesetzt hat.

Dabei sind Gisela und ihre Begleiter die Reichsten im kompletten Kreuzzug, der sonst aus Straßenkindern, Tagelöhnern, Bettlern und Huren besteht. Mit ihren Ersparnissen und mit Konstanzes Heilkünsten ist nicht nur der kleinen Gruppe das Überleben gesichert, sondern sie unterstützen auch die kleinsten und die schwächsten. Trotzdem stellen die Darstellungen der üppigen Tafeln und ausgelassenen Ritterturnieren, wenn sie auf einer Burg übernachten dürfen, einen krassen Gegensatz zum Rest der Reise dar. Kann man sich wirklich amüsieren, wenn man vor ein paar Tagen oder Stunden noch Kinder sterben sah? Die Figuren scheinen dort wie ausgewechselt und nehmen am höfischen Leben teil, als würden sie eine unbeschwerliche Reise durchs Land vollziehen.
Die Darstellung an sich ist der Autorin jedoch gut gelungen, eine Mischung aus der Beschreibung der Strapazen der anstrengenden Reise, gefährlicher Alpenüberquerung mit vielen Opfern, Hunger und Not und als Kontrast dazu das höfische Leben, das bunte Treiben auf einer Burg.

Etwas irritierend finde ich jedoch den Titel. Beide junge Frauen spielen eine gleich bedeutende Rolle im Roman, wieso ist dann nur von einer Kreuzritterin die Rede? Und einen Eid hat keine von den beiden geleistet.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Umgang mit dem Glauben. Ich denke nicht, dass es so einfach war, in der damaligen Zeit zu einer anderen Konfession zu wechseln. Und die Menschen waren bestimmt viel zu gottfürchtig, um mal eben zu einem anderen Glauben überzugehen

Zusammenfassend fand ich den Roman zwar nicht absolut berauschend, aber auch nicht schlecht. Historisch begründet und nicht zu überladen mit geschichtlichen Details, lässt er sich leicht lesen und eignet sich gut als z.B. Urlaubslektüre. Die Liebes- und Leidensgeschichte der zwei Frauen ist gut durchdacht, wenn auch an manchen Stellen vorhersehbar, doch der flüssige Schreibstil, kontrastreiche Beschreibungen und die zugrundeliegende Geschichte machen „Der Eid der Kreuzritterin“ durchaus lesenswert.


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