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Klassik: Die Pest
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Titel:      Die Pest
Kategorien:      Klassik
BuchID:      496
Autor:      Albert Camus
ISBN-10(13):      349922500X
Verlag:      rororo
Publikationsdatum:      1998-12-01
Edition:      79
Number of pages:      352
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

2.5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Die Pest.
Aus der Amazon.de-Redaktion
Die nordafrikanische Stadt Oran wird von einer Pest heimgesucht. Camus baut anfangs die Spannung gekonnt auf, kann sie jedoch nicht durchhalten. Vielmehr stehen -- während die Pest so vor sich hintümpelt -- einige Stadtbewohner im Schlaglicht des Nobelpreisträgers Camus.

Die Stadt wird hermetisch abgeriegelt und Camus schildert die Reaktionen und Bemühungen der Bürger. Die Epidemie schafft die absolute (?) Gerechtigkeit. "Aber wenigstens sitzen alle im selben Boot" (S.220). Keine(r) kann ihr entkommen. Keine(r) kann aber auch der Bürokratie entkommen. Beide gleichen sich. "Aber es war so, als habe die Pest sich auf ihrem Höhepunkt gemütlich eingerichtet und verrichte nun ihre täglichen Morde mit der Präzision und Regelmäßigkeit eines guten Beamten" (S.267). Die Pest bringt das Wirtschaftsleben zum Erliegen und schafft so die Erwerbslosen, die zu niedrigeren Arbeiten (Organisation der Isolation, Bestattung) eingesetzt werden. Der Fortschritt zu mittelalterlichen Pestepidemien besteht in der Führung von Karteikarten über die Toten (S.199).

Camus geißelt mit der Pest alle Ideologien und die Bürokratie. Doch diese Botschaft geht auf Kosten von Spannung, Handlungsdichte und Detailtreue. So schreibt er z.B. von einer kleinen Stadt (S.82), mit zweihunderttausend Einwohnern (S.90), die später, nach all den Toten, auf "einige hundertausend Menschen" (S.213) zunimmt. Lesenwert, doch keineswegs so mitreißend, wie ich es mir vorstellte. Herbert Huber
Audiobook-Rezensionen
Der 1947 erschienene Klassiker „Die Pest“ schildert die Agonie der Stadt Oran. Im zeitgenössischen Kontext kann man die Pest als Metapher für den Nationalsozialismus, etwas weiter gefasst als Sinnbild für Unmenschlichkeit und Schrecken sehen. Mit seinem allegorischen Charakter schildert der Roman nüchtern, im chronikartigen Bericht den Verlauf der Seuche: ihre „Gerechtigkeit“, ihr Arbeiten, das einer „endlosen Tretmühle“ gleicht, und das gänzliche Fehlen von Helden und glänzenden Taten.

Ulrich Matthes’ Stimme kommt dem lakonisch-berichtenden Stil sehr entgegen. Sie vermittelt die Alarmstimmung, die Gleichgültigkeit, schließlich die Sehnsucht nach Freiheit, die Hoffnung; gleichzeitig lotet sie perfekt die vielen philosophischen Fragestellungen aus. Matthes ist einer der gefragtesten Bühnen- (Berliner Schaubühne und Münchner Kammerspiele) und Filmschauspieler (z. B. in Tom Tykwers „Winterschläfer“). Mittlerweile hat er sich auch als Sprecher von Hörbüchern einen Namen gemacht.

Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Arzt Bernard Rieux: Schon zu Beginn, als noch niemand in der Stadt auch nur an die Pest denkt, steht seine Diagnose fest: Den dahingerafften Ratten werden die Menschen folgen! Doch bis die Behörden endlich in die Gänge kommen, vergeht kostbare Zeit. Unermüdlich versucht Rieux zu retten. Um den Arzt gruppieren sich der zufällig in der Stadt weilende Journalist Rambert, der anfangs zu seiner Geliebten nach Paris fliehen will, dann aber bleibt, der Jesuitenpater Paneloux und Tarrou. Auch sie setzen alles daran, Menschen zu retten. Dramatischer Höhepunkt der tödlichen Entwicklung ist das sinnlose Sterben eines kleinen Jungen. Sinnlos und absurd ist auch das Sterben des Paters, des Freundes Tarrou und der Ehefrau des Arztes. Kurz vor Ausbruch der Pest war sie in ein Sanatorium außerhalb der Stadt gegangen. Am Ende gibt sich der Verfasser der Chronik als der Arzt Rieux zu erkennen, für den die Pest eine endlose Niederlage war und ist. Denn „der Pestbazillus stirbt niemals aus oder verschwindet ...“

Albert Camus, 1913 in Mondovi/Algerien geboren und 1960 bei einem Autounfall ums Leben gekommen, zählt zu den bedeutendsten Existentialisten mit ausgeprägt moralisch-philosophischem Ansatz. Sein Buch „Mensch in der Revolte“ (1951) besiegelte den Bruch mit Jean Paul Sartre. 1957 erhielt Camus den Nobelpreis für Literatur (Auszüge aus seiner Dankesrede sind im Booklet zu lesen). Weitere Werke: „Der Fremde“ (1940), „Der Mythos des Sisyphos“ (1942), „Die Pest“ (1947), „Der Fall“ (1956). Lesung, Spieldauer: ca. 191 Minuten, 3 CDs. Mit Booklet. -- culture.text

   
 

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Rezensionen
05.07.2009 05.07.2009 09.10.2012
Rezension

05.07.2009 Bewertung:  2 Alien vergibt 4 von 10 Punkten

UserpicDie Bewohner von Oran sind verstört, als sich Dutzende, dann Hunderte von Ratten ans Tageslicht wagen, um in den Häusereingängen und schließlich mitten in den Straßen der Stadt zu verenden. So beginnt für die Einwohner, "Mitbürger", wie der Erzähler sie nennt, eine Odyssee des Schreckens. Die Pest ist ausgebrochen, aber anfangs will es niemand wahrhaben und es dauert viel zu lange, bis die Präfektur entsprechende Schritte unternimmt und die Stadt abriegelt.

Erzählt wird die Geschichte des Arztes Bernard Rieux, der sich gemeinsam mit Männern, die im Verlauf des Buches zu Verbündeten im Kampf gegen den schwarzen Tod und noch später zu Freunden werden, durch ein äußerst bizarres Jahr schlägt, nur um am Ende einzusehen, daß ein Kampf gegen eine Seuche immer Verlust bedeutet, unabhängig davon, wie viele sie auch überleben werden.

Zuerst einmal muß ich sagen, daß ich mich durch dieses Buch quälen mußte. Als Tip von einem Arbeitskollegen habe ich diesen Roman schmackhaft gemacht bekommen, aber schon nach den ersten Seiten störte mich die Schreib- und Erzählweise des Autors. Albert Camus hat den Nobelpreis für Literatur erhalten, kein leichter Stoff also, das war mir von vornherein klar. Aber obwohl ich durchaus den einen oder anderen klassischen Vertreter der Weltliteratur gelesen und auch gern gelesen habe, muß ich bei diesem Buch sagen, daß es nicht nur äußerst schwer zu lesen, sondern für mich auch eine sehr verzerrte Sichtweise von Freundschaft und den Ansichten eines Arztes bedeutet hat.

Die eigentliche Kernaussage in philosophischen Phrasen zu verstecken macht das Buch vielleicht anspruchsvoll, aber empfehlen kann ich es nicht.

Alien hat insgesamt 63 Rezensionen angelegt.

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Rezension

05.07.2009 Bewertung:  1 Anonym vergibt 2 von 10 Punkten

UserpicIch habe wirklich versucht dieses Buch zu lesen und vorallem zu verstehen! Aber nach der Hälfte gab ich dann schließlich auf und das Buch flog, ganz gegen meiner Art, in die nächste Ecke!
Meiner Meinung nach gibt es wesentlich spannendere Bücher zum Thema "Pest".

Anonym hat insgesamt 0 Rezensionen angelegt.

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Die Pest

09.10.2012 Bewertung:  4 Penelope vergibt 8 von 10 Punkten

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Als die ersten Ratten in der algerischen Stadt Orans sterben, nimmt davon noch niemand wirklich Kenntnis. Erst, als sie zu hunderten aus ihren Löchern kriechen, um zu sterben, wird klar, dass etwas nicht stimmt. Schon bald bestätigt sich diese Befürchtung, denn die Pest bricht aus. Anfangs will es noch niemand wahrhaben, doch als dieser schrecklichen Krankheit immer mehr Menschen zum Opfer fallen, gibt es kein Zurück: die Stadt wird in den Ausnahmezustand versetzt, niemand darf hinaus und niemand hinein, um eine Pandemie zu verhindern.
Dieser Zustand geht über Monate und der Berichterstatter Tarrou zeichnet die Ereignisse während dieser Zeit auf, zeigt die Veränderung, die in den Menschen während eines solchen Ausnahmezustandes vorgehen, setzt sich mit den Gefühlen und den Fragen auseinander, die sich daraus ergeben. Gibt es einen Gott, eine Gerechtigkeit, wie gehen die Menschen mit der Tatsache um, dass sie von der Außenwelt abgeschnitten in einer Art Gefängnis leben, in der der Tod umgeht? Ganz davon abgesehen, dass die Versorgung nicht im vollen Umfang gewährleistet ist und es -wie überall- Menschen gibt, die diese Situation für sich ausnutzen... Als die Krankheit langsam ihrem Ende zugeht, atmen die Menschen erleichert auf und erkennen den Wert eines "normalen" Lebens.

Ob es sich um die Pest, einen Krieg oder Sonstiges handelt, spielt im Grunde nur eine untergeordnete Rolle. Es ist auf jeden Fall eine Krisensituation, die die Menschen fordert, herausfordert, und sowohl das Gute wie auch das Schlechte hervortreten lässt. Man setzt sich wieder mit der Religion auseinander, mit Fragen über den Sinn des Lebens, ohne eine fertige Antwort vorgegeben zu bekommen. Der etwas nüchterne Berichterstattungsstil, der so gut wie keine persönlichen Gefühlsäußerungen zulässt, bietet dem Leser die Möglichkeit, sich seine eigenen Gedanken zu machen.

Fazit:
Ein sehr empfehlenswertes, philosophisches Buch, das mich sicher noch eine Weile beschäftigen wird...


Penelope hat insgesamt 6 Rezensionen angelegt.

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