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Klassik: Im Krebsgang: Eine Novelle
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Titel:      Im Krebsgang: Eine Novelle
Kategorien:      Klassik
BuchID:      1736
Autor:      Günter Grass
ISBN-10(13):      3423131764
Verlag:      Deutscher Taschenbuch Verlag
Publikationsdatum:      2004-03-01
Edition:      ungekürzte ausgabe
Number of pages:      224
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

5 
Bild:      cover           Button Buy now



Beschreibung:      Product Description
Im Krebsgang.
Aus der Amazon.de-Redaktion
Es war die größte Katastrophe in der Geschichte der Seefahrt: Am 30. Januar 1945 verließ das ehemalige Kraft-durch-Freude-Kreuzfahrtschiff "Wilhem Gustloff" mit 6.100 Flüchtlingen an Bord Gotenhafen und wurde vor Stolpermünde von einem sowjetischen U-Boot aufgebracht. Drei der kommunistischen Heimat und ihrem Diktator gewidmete Torpedos durchbohrten das Schiff, das in knapp einer Stunde versank; mehr als 5.000 Menschen kamen ums Leben. Ein Untergang nach dem Untergang: Das Tausendjährige Reich war längst Geschichte, und Roosevelt bereits auf dem Weg nach Jalta, um mit Stalin und Churchill die neuen Grenzen abzustecken.

Die Tragödie in der Ostsee hat Günter Grass seit jeher interessiert. In Romanen wie Katz und Maus und Die Rättin wird erwähnt, dass die Nebenfigur der Tulla Pokriefke das Unglück knapp überlebte. Nun hat der Autor dem Ereignis auf hoher See eine historische, dabei aktuell-brisante Novelle gewidmet. In Im Krebsgang wird der Sohn von Tulla beauftragt, die längst vergessene Geschichte aus den Fluten des kollektiven Gedächtnisses zu bergen. Eher widerwillig recherchiert der Journalist und Ich-Erzähler im Internet, tummelt sich in den abstrusen Chatrooms der Neonazis, beleuchtet die Biografien des Schweizer NS-Landesgruppenführers Wilhelm Gustloff, seines jüdischen Attentäters David Frankfurter und des U-Bootkommandanten der sowjetischen Rotbannerflotte Alexander Marinesko -- und versucht sich schließlich im Erzählprozess ganz "an Bord der 'Gustloff' zu denken", um die tödliche Katastrophe vor den Augen seiner Leser wieder lebendig werden zu lassen. Dabei fördert er ein menschliches Drama zu Tage, das bis in unsere Gegenwart hineingreift und nicht zuletzt seine eigene Familie betrifft.

In Katz und Maus war die durch das Dickicht der Wiesen streifende Katze Metapher eines vorsichtig neugierigen, "lauernden" und ständig die Richtung wechselnden Erzählens. In Grass' neuer Novelle ist es der seitliche, mögliche Feinde täuschende Gang des Krebses, der die stetig zwischen Gestern und Heute wechselnde Erzählperspektive symbolisiert und dem großartigen schmalen Band seinen Namen gab. Entgegen der Bescheidenheit des Ich-Erzählers ("ich berichte nur") ist Grass endlich wieder ein kleines Meisterwerk gelungen. Spannend verwoben, kunst- und humorvoll zugleich. --Thomas Köster

   
 

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Rezensionen
21.11.2010
Justloff und Tulla

21.11.2010 Bewertung:  5 verbatim158 vergibt 10 von 10 Punkten

Userpic*Aussehen* Ich kaufte mir aus Versehen die Grossdruck Ausgabe vom dtv- Verlag(dtv sollte es sein, aber sonst wurde uns eigentlich nichts vorgeschrieben). So hatten jetzt alle in unserem Deutsch- Leistungskurs die richtige Ausgabe und ich hatte den Großdruck. Ich kaufte ihn aber nicht wegen der größeren Buchstaben, oh nein lesen kann ich noch sehr gut, nein ich kaufte ihn, weil ich das Cover des Buches passender zum Thema fand. Was im Nachhinein betrachtet eigentlich Schwachsinn ist, denn der Krebs vorne drauf wäre viel hübscher gewesen, das Buch um ca. 150 Seiten dünner und die Schrift auch noch normal. Na ja in der Großdruck- Ausgabe sei ein Buchstabe ungefähr 0,5cm groß und in der normalen Ausgabe ist er nur ca. 2 bis 3 mm hoch. Das ist schon auf Dauer belastend und es schont keinesfalls die Augen. Zum mindestens nicht meine. Nun ja auf dem Cover ist ein Schiff abgebildet, welches den Namen „Wilhelm Gustloff“ trägt. Zu diesem Schiff erfährt man ziemlich viel im Roman und es ist der „Falke“ in der Novelle von Günter Grass. Im oberen Drittel des Covers ist dann der Name des Autors in rot gedruckt und der Titel des Buches in blau. Die Rückseite des Buches ist komplett weiß. Im unteren Drittel findet man hier nützliche Angaben wie ISBN usw. Im Oberen Drittel steht dann der achso berühmte Klappentext und die Meinung vom Spiegel: „Glänzend und packend geschrieben.“. Also ich finde, dass diese Aussage keinesfalls auf dieses Buch zutrifft, sie ist einfach noch zu milde ausgedrückt worden. *Lesegefühl* Günter Grass hat seine Novelle schließlich nicht umsonst „Im Krebsgang“ genannt. Nein das tat er ganz bewusst und er, als Autor, sagt es im Buch auch ganz direkt, dass er diese Geschichte wohl im Krebsgang erzählen muss, weil sich damals zu viel ereignet hat, um es chronologisch erzählen zu können. Ich bin ja nun schon sowieso nach dem Lesen der „Blechtrommel“ von Günter Grass fasziniert. Damals habe ich auch eine 1+ für die Arbeit über die „Blechtrommel“ bekommen, diesmal war es nur eine 2+ über „Im Krebsgang“. So kannte ich seine etwas komplizierte Art zu schreiben ja schon und konnte mich schon darauf einstellen. Hätte ich es als erstes Werk von ihm lesen müssen, dann wäre es mir voll gegen den Strich gegangen. Dadurch dass wir das Buch lasen und gleichzeitig behandelten, behielt man den Überblick ganz gut und man kam mit dem Thema gut mit. Auch mussten wir im Unterricht die Krebsgänge herausarbeiten und dadurch kam man als Leser noch besser mit. Doch wenn man sich zu Hause wieder die nächsten 50 Seiten durchlas, war es als ob man lesen würde und wirklich keine Ahnung haben kann. Allgemein kann man das Lesegefühl also als ziemlich kompliziert und als ein ständiges „häh?“ ansehen. Doch wie es die Manier von Günter Grass ist, erklärt er seinem Leser alles noch einmal haargenau und kommt so zu einem packenden Schluss. *Inhalt* Wie schon angedeutet, gibt es viele verschiedene Handlungsstränge. So erzählt Günter Grass zu jedem Protagonistin eine Geschichte und wie sich alle Handlungsstränge treffen oder auch nicht treffen. Oder vielleicht kann man sagen, an einigen Stellen, wie sie sich ähneln. So gibt es Paul Popriefke, Sohn von Tulla, angeblich auf dem Schiff „Wilhelm Gustloff“ geboren worden, heutiger Schriftsteller, welcher im Internet spuckt, Vater von Konrad Popriefke. Dann gibt es in der Novelle noch Tulla Popriefke, Mutter von Paul P., ca. 70 Jahre jung, Oma von Konrad P., damals in der DDR lebend und sozialistisch angehaucht, heute in Schwerin sesshaft. Konrad Popriefke(Konny), Sohn von Paul P. und Enkel von Tulla P., im Internet als „Wilhelm“ vertreten, hat seine eigene Internetseite www.blutzeuge.de David Frankfurter, geschichtliche Figur, hat Wilhelm Gustloff erschossen, wird als Jude bei den Nazis nicht getötet, sondern bleibt in haft und wandert später aus. Wilhelm Gustloff, geschichtliche Figur, Nazi- Chef in der Schweiz, wird von Frankfurter ermordet und somit zum Märtyrer, Namensgeber des Schiffes. Wilhelm Gustloff, geschichtliches KdF- Schiff, welches durch einen Angriff der Russen sank. Hier die Schlüsselfigur des Romans. Da der Untergang des Schiffes auch für den Untergang des Nationalsozialismus’ steht. Dazu später mehr. Marinesko, geschichtliche Figur, russischer U-Boot-Kapitän, schießt Torpedo ab und die Gustloff sinkt. Auch das Internet spielt eine Rolle in der Novelle, da sich einerseits Paul P. für seine Recherchen hieraus bedient und zum anderen Konny P. seine Internetseite für die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts missbraucht. *Die Bedeutung der Novelle* Eigentlich sind alle Romane, Novellen oder wie er seine Werke auch immer nennen mag, von Günter Grass sehr bedeutungsvoll. Da er die Intension vertritt gegen das Vergessen zu schreiben, was ich sowieso sehr gerne lese, sollte er auch von vielen Menschen gelesen werden, so dass er sein Lebenstraum- oder mittlerweile auch Lebenswerk erfüllen kann. Mit der „Blechtrommel“ konnte er ja auch schon einiges erreichen, doch denke ich, dass allgemein gesagt die „Danziger Trilogie“ als Unterrichtswerk behandelt werden sollte und nicht nur der 1. Roman dieser Trilogie. Doch nun wieder zurück zu „im Krebsgang“. Es ist zwar „nur“ eine Novelle, aber trotzdem ungeheuer wichtig. Denn hier zeigt Grass auf, dass nicht nur damals die Gedanken der Nationalsozialistin verbreitet wurden, sondern dass es heute sozusagen durch das Internet noch viel schlimmer gewesen ist. Nicht umsonst konnten sich rechte Parteien wieder ein wenig durchsetzen. Und vor allem in den Bundesländern Deutschlands, denen es besonders schlecht geht, besonders diese jungen Menschen schauen sich dann im Internet um und sehen, dass es im Nationalsozialismus ja auch gute Sachen gab, wie z.B. Kraft durch Freude- Organisation. Diese denken sich dann, dass die schlimmen Seiten im Geschichtsunterricht zu ausführlich behandelt werden und die guten gar nicht erst beleuchtet. Das können sie nicht verstehen und stürzen sich somit auf jedes Gute, was sie finden können und werden so zu nationalsozialistischem Gedankengut verleitet, obwohl sie es eventuell gar nicht wollen und auch immer noch von sich behaupten, dass sie links sind. Schließlich bin ich selbst jung und konnte dies alles schon einmal in meinem Umfeld erleben. Mein damaliger bester Kumpel schlug sich auf die Rechte Seite, weil es ihm schieße ging und er ein Plakat der NPD gesehen hat und mehr über die Geschichte erfahren wollte. Er klammerte sich an jeden positiven Punkt und versuchte mich immer runter zu diskutieren, dass ich doch niemals Recht haben könnte, dass die Nazi- zeit so schlimm war. „Ich bin Deutscher und mir wäre nix passiert!“, sagte er dann immer zu mir. Wenn ich ihn dann dran erinnerte, dass alle Punks aus seiner Stadt verschwinden würden, auch seine Freundin, wimmelte er ab. Trotzdem bezeichnete er sich noch als links. Genau das ist das Gefährliche an unserer heutigen zeit, mit Internet und sonstige Verständigungsmittel. Die Jugend wird dermaßen beeinflusst und nach außen geben sie sich ganz anders. Dies zeigt Günter Grass mit seiner Novelle perfekt auf und wie gesagt ich erinnerte mich auch sofort an meinen damaligen Kumpel und ich denke, dass jeder Leser dieses Buches seine Parallelen in die reale Welt zeihen kann. Somit hat Günter Grass mal wieder voll ins Schwarze getroffen. **Fazit** Diese Novelle sollte gelesen werden, damit auch Eltern sehen, was sie falsch machen. Diese Novelle sollte gelesen werden, um die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, denn alles kann der Geschichtsunterricht nicht vermitteln – dazu braucht man Bücher.

verbatim158 hat insgesamt 13 Rezensionen angelegt.

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