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Mystery: Das Vermächtnis der Göttinnen: Eine merkwürdige Geschichte aus den Weißen Karpaten - Roman
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Titel:      Das Vermächtnis der Göttinnen: Eine merkwürdige Geschichte aus den Weißen Karpaten - Roman
Kategorien:      Mystery
BuchID:      10688
Autor:      Katerina Tucková
ISBN-10(13):      3421046301
Verlag:      Deutsche Verlags-Anstalt
Publikationsdatum:      2015-09-21
Number of pages:      416
Sprache:      Deutsch
Bewertung:     

4 
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Rezensionen
02.10.2015
Das Vermächtnis der Göttinnen: Eine merkwürdige Geschichte aus den Weißen Karpaten

02.10.2015 Bewertung:  4 ragantanger vergibt 8 von 10 Punkten

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Licht ins Dunkel bringen

 

Magie in der Moderne ist fast ebenso unmöglich wie Herzlichkeit im Geschäftsleben. Sämtliche Versuche, egal ob belletristischer oder fachlicher Literatur, haben den Nachteil, dass sie von einer aufgeklärten Warte, sprich also einem Wesen, das bereits gelernt hat, unmagisch zu sein, operieren. Das ist schwerer Stoff? Das ist die Realität und konnte man vor 100 Jahren noch zumindest darüber streiten (Geister, Unsichtbares etc.) ist das heute obsolet. Dem Fortschritt und der Aufklärung sei Dank - ironischerweise. Derlei Überlegungen sollte man im Hinterkopf haben, wenn man den sehr fesselnden, bisweilen schauderhaften Roman der tschechischen Kunsthistorikerin Katerina Tuckova lesen möchte. Hier wird jene unmagische Brutalität aufs Schärfste herausgestellt, eine Art biographische Recherche bezogen auf weise Frauen der Karpaten, die zu Zeiten des Realsozialismus so verfolgt wurden wie einst die Hexen der frühen Neuzeit. Das Ganze wird herrlich verpackt in fein pointierte Macht- und Korruptionsspielchen und einen besonders für deutsche Interessierte unheimlich lohnenden Blick auf den Umgang mit Hexen und anderen magischen Subjekten im dritten Reich. Es ist ein verteufelt guter, historischer Roman, auch wenn er was Sprachstil und narrative Elemente angeht, keine Sonderpreise verdient. Tuckova bleibt auf gewisse Art und Weise nüchtern, zielorientiert und klar - was ganz gut ist, denn ansonsten wäre es wohl schwer zu ertragen gewesen, dieses zum Himmel schreiende Ungerecht, dass Frauen im Allgemeinen und weisen Menschen im Besonderen nicht nur vor dreihundert Jahren (auch davon berichtet sie), sondern auch in den letzten hundert Jahren und noch heute angetan wird. Tuckova selbst wirkt in Interviews immer ein wenig zurückhaltend. Wahrscheinlich gelingen ihr deshalb immer so originelle und kraftvolle Romane. Sie ist Teil einer Generation, die nicht mehr direkt betroffen, andererseits aber indirekt für ein Leben lang gebrandmarkt ist. Diese Akzeptanz beider Richtungen tut dem Thema unheimlich gut, so dass weniger Wertung als Deskription voran stehen und die Leser selbst entscheiden können, was sie für richtig oder falsch halten.


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